Schlafstörungen bei Psoriasis
Was sind die Ursachen?
Psoriasispatienten leiden nicht selten unter Schlafstörungen , die ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Als mögliche Verursacher der Schlafprobleme gelten Juckreiz, Depression, Schmerzen und Schlafapnoe.
Die Schuppenflechte wirkt sich neben der gesundheitlichen Beeinträchtigung auch auf viele Aspekte des Lebensalltags aus. So haben verschiedene Untersuchungen in der Vergangenheit bestätigt, dass u.a. die Schlafqualität der Patienten durch die Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen wird und damit auch die Lebensqualität. In einer aktuellen zusammenfassenden Studie untersuchten Wissenschaftler jetzt potenzielle Ursachen für die Schlafprobleme. Dabei kristallisierten sich Juckreiz, Depression, Schmerzen und die obstruktive Schlafapnoe als Verantwortliche heraus.
Juckreiz und Depression verhindern das Einschlafen
So verhindert Juckreiz, der bei Psoriasis besonders in den Abend- und Nachtstunden auftritt, das Einschlafen und führt zu Schlafunterbrechungen. Depressive Verstimmungen und Depression treten insbesondere bei schwerer Psoriasis gehäuft auf, wobei derzeit noch nicht abschließend geklärt ist, ob Depression tatsächlich eine Folge der Psoriasis ist oder nicht. Der Zusammenhang zwischen Depression und Schlafstörungen ist nachgewiesen: Die Betroffenen haben Schwierigkeiten einzuschlafen, ihr Schlaf ist nachts häufig unterbrochen, und sie erwachen bereits in den frühen Morgenstunden, obwohl sie eigentlich noch müde sind. Wissenschaftler vermuten, dass die Verbindung zwischen Depression und Psoriasis auch über Juckreiz vermittelt sein könnte. Hier besteht weiterer Forschungsbedarf.
Schmerzen und Schlafapnoe verringern die Schlafqualität
Von Schmerzen geplagt sind vor allem Patienten mit Psoriasisarthritis , bei denen die Gelenke von der Erkrankung mitbetroffen sind. Solche Schmerzen, so haben Untersuchungen gezeigt, beeinträchtigen auch die Schlafqualität: Sie verhindern das Durchschlafen und verringern die Effizienz des Schlafes. Umgekehrt führt eine schlechte Schlafqualität zur verstärkten Empfindlichkeit gegenüber Schmerzen.
Zu einer Verringerung der Schlafeffizienz kommt es auch bei der so genannten obstruktiven Schlafapnoe. Dabei handelt es sich um Atmungsstörungen, die durch eine Verlegung der Atemwege im Rachenraum während des Schlafes ausgelöst werden. Die dabei entstehenden „Atemaussetzer“ gehen jeweils mit einer verringerten Sauerstoffversorgung des Gehirns einher. Tagsüber erleben die Betroffenen Symptome wie bei Schlafentzug: Chronische Müdigkeit, ständiges kurzes Einschlafen (Sekundenschlaf), Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie depressive Verstimmungen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schlafapnoe bei Patienten mit Psoriasisarthritis häufiger vorkommt. Darüber hinaus tritt sie gehäuft bei Übergewicht auf, das unter Psoriasispatienten ebenfalls verstärkt verbreitet ist. Um den genauen Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und Psoriasis zu klären, sind allerdings noch weitere Forschungen nötig.
Chronische Erschöpfung: Eine Folge der Schlafstörungen
Infolge der Schlafprobleme kommt es bei Psoriasispatienten häufiger zu chronischen Erschöpfungszuständen, Fatigue genannt. Eine große Patientenbefragung ergab, dass möglicherweise jeder fünfte Psoriasispatient betroffen sein könnte. Doch auch hier gibt es weiteren Forschungsbedarf, um zu klären, ob Fatigue eine direkte Folge der Psoriasis ist oder nicht. Offen ist darüber hinaus auch, ob durch die effektive Behandlung von Psoriasisbeschwerden wie Juckreiz und Schmerzen die Schlafqualität der Betroffenen verbessert werden kann.





