
Verlauf der Schuppenflechte
Wie ist der Verlauf einer Psoriasis-Erkrankung?
Die Schuppenflechte kann sich in praktisch jedem Lebensalter erstmals bemerkbar machen (manifestieren). Bei kleinen Kindern und bei sehr alten Menschen ist ein erstmaliges Auftreten allerdings selten. Dem Krankheitsverlauf entsprechend werden zwei Typen der Psoriasis unterschieden.
Bei etwa 60 bis 70 % der Patienten mit Schuppenflechte liegt eine Psoriasis vulgaris Typ 1 (Frühform) vor. Das typische Alter bei Beginn der Erkrankung liegt bei unter 30 Jahren; die meisten Betroffenen sind zwischen zehn und 25 Jahre alt. Die genetisch bedingte Veranlagung, an Schuppenflechte zu erkranken, ist bei der Psoriasis vulgaris Typ 1 stärker ausgeprägt als bei der Spätform, der Psoriasis vulgaris Typ 2. So sind im Durchschnitt 20 % der Kinder von Patienten mit Psoriasis vulgaris Typ 1 ebenfalls betroffen und auch bei den Geschwistern der Patienten ist das Erkrankungsrisiko deutlich erhöht. In der Regel zeigt die Typ 1 einen schwereren Verlauf als Typ 2. Dies bedeutet, dass die Hautveränderungen eine größere Gesamtfläche bedecken und/oder längere Zeit bestehen bleiben. Auch eine Gelenkbeteiligung im Sinne einer Psoriasis arthropathica kommt häufiger vor.
Die Psoriasis vulgaris Typ 2 betrifft etwa 30 bis 40 % aller Patienten. Das Erkrankungsalter liegt in der Regel über 40 Jahre; der Erkrankungsgipfel zwischen 57 und 60. Kinder oder Geschwister sind im Allgemeinen nicht betroffen; der Verlauf der Erkrankung ist in der Regel weniger akut als bei Typ 1.
Bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung für eine Psoriasis besteht eine große Neigung zur wiederholten Ausbildung neuer Krankheitsherde. Die Veränderungen können sich unter Umständen im Verlauf von Wochen bis Jahren von selbst wieder zurückbilden (Es gibt auch Verläufe mit erscheinungsfreien Zeiträumen von mehreren Jahren!) oder über Monate bis Jahre unverändert bestehen bleiben.
Bedingt durch Sonnenlicht oder Besuche im Freibad kommt es bei etwa 90 % der Betroffenen im Sommer zu einer Besserung der Hautveränderungen bzw. zu einer befristeten Abheilung. Im Herbst oder Winter kann ein Rückfall folgen.
Rückfall nach Jahren ohne Hauterscheinungen
Selbst nach vollständiger Abheilung der Hauterscheinungen können - eventuell noch Jahrzehnte später - immer wieder neue Schübe auftreten. Ob und in welchem Umfang dies der Fall ist, hängt von einwirkenden Provokationsfaktoren (krankheitsauslösenden Faktoren) ab. Dazu zählen physikalische Einflüsse wie Druck und Hitze, chemische Substanzen wie Säuren und Laugen, mit denen der Patient in Berührung kommt, aber auch akute Infekte, bestimmte Medikamente, Alkoholgenuss sowie Stress und starker psychischer Druck.






