Instrument zu Messung der Lebensqualität
DLQI
Veränderungen der Haut, wie sie bei der Psoriasis auftreten, können für die Betroffenen eine erhebliche Belastung darstellen. Jeder Patient verarbeitet diese oft sichtbaren Veränderungen ganz individuell und geht damit mehr oder weniger selbstbewusst um. Man weiß, dass die Symptome der Schuppenflechte oft einen negativen Einfluss auf die Lebensqualität des Betroffenen haben. Daher ist Ziel der Behandlung nicht nur die Besserung der körperlichen Symptome, sondern auch die Besserung des damit verbundenen Empfindens der persönlichen Lebensqualität. Dazu muss die Lebensqualität auch eigens erfasst werden.
Ärzte können diese schwer fassbare Größe mithilfe spezieller Fragebögen ermitteln. Ein solcher Fragebogen ist beispielsweise der Dermatologische Lebensqualitäts-Index (DLQI).
Die Psoriasis hat häufig einen erheblichen Einfluss auf den Alltag, Berufsleben und persönliche Beziehungen der Erkrankten. Denn vor allem bei auffälligen, stark schuppenden Hautveränderungen in sichtbaren Bereichen wie Gesicht oder Hände fühlen sich viele Erkrankte oft ausgegrenzt. Häufig werden Nachteile im Beruflichen und Privaten als nicht unerheblich empfunden.
Aus diesem Grund ist inzwischen anerkannt, dass bei einer Behandlung nicht nur die reine äußerliche Symptombesserung sondern auch ganz bewusst die Besserung der Lebensqualität erreicht werden muss. Der Arzt steht vor einer schweren Aufgabe, wenn er den Einfluss einer Erkrankung auf die Lebensqualität und deren Besserung durch eine Behandlung beurteilen will. Wie zur Beurteilung des Psoriasis-Schweregrades mithilfe des PASI sind daher zur Lebensqualitätsbestimmung verschiedene Messinstrumente entwickelt worden. In der Regel handelt es sich um Fragebögen, welche die persönliche Einschätzung durch die Erkrankten erfassen.
DLQI: Zehn Fragen zum psychosozialen Einfluss
Ein bei der Psoriasis häufig eingesetzter Fragebogen ist der "Dermatologische Lebensqualitäts-Index" (DLQI). Er wurde 1994 speziell für englischsprachige Patienten mit Hauterkrankungen im Alter über 16 Jahre entwickelt und seine Zuverlässigkeit ist wissenschaftlich belegt. Der Bogen, der inzwischen auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht, lässt sich gut anwenden, weil er mit zehn Fragen vergleichsweise kurz ist. Das Ausfüllen dauert in der Regel ein bis zwei Minuten.Der DLQI erfasst die psychosozialen Auswirkungen chronischer Hauterkrankungen auf verschiedene Lebensbereiche innerhalb der vorangegangenen sieben Tage. Die zehn Fragen decken sechs Bereiche ab:
- Symptome/Gefühle,
- tägliche Aktivitäten,
- Freizeit,
- Arbeit/Schule,
- persönliche Beziehungen und
- uswirkungen der Behandlung auf den Alltag.
Es können Gesamtwerte zwischen 0 und 30 erreicht werden. Ein höherer Wert spricht für eine eingeschränkte Lebensqualität.
Bei der Psoriasis ist die Lebensqualität oft schlechter
Mithilfe des DLQI konnte beispielsweise Professor Schmid-Ott von der Medizinischen Hochschule Hannover in einer Untersuchung zeigen, dass die Psoriasis bei vielen eine psychosoziale Belastung bedeutet. Eine Entlastung der Patienten muss daher genauso zentrales Therapieziel der Schuppenflechte sein.
Zusätzlich belegten Therapiestudien, dass sich am DLQI auch das Ansprechen von Medikamenten ablesen lässt: Bei Patienten, bei denen sich durch eine Behandlung der PASI-Wert um 50% oder 75% bessert, nimmt der DLQI-Wert in der Regel ab. Mit anderen Worten: Die Lebensqualität der Betroffenen steigt durch die Therapie.
DLQI zur regelmäßigen Kontrolle sinnvoll
Derartig standardisierte Erhebungsinstrumente werden nicht nur in der Forschung eingesetzt, sondern stellen auch für den Dermatologen in Klinik und Praxis eine Hilfe dar: Damit kann er den Patienten gezielt und effizient nach besonderen sozialen und psychischen Belastungen befragen. Stellt er eine deutlich verminderte Lebensqualität oder eine ungünstige Krankheitsverarbeitung fest, kann eine zusätzliche psychosomatische Behandlung oder Psychotherapie sinnvoll sein.





