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Was ist Psoriasis?

Schuppenflechte unter der Lupe

Die Psoriasis zählt neben der Neurodermitis und dem Kontaktekzem zu den häufigsten chronischen Hautkrankheiten. Ihrem äußeren Erscheinungsbild nach wird die entzündliche Erkrankung auch Schuppenflechte genannt. Silbrige Schuppen treten flächig vor allem an Ellenbogen, Knien und über dem Steißbein auf. Es können auch andere Körperstellen sowie die Nägel (Nagelpsoriasis) und Gelenke (Psoriasis Arthropatica) befallen sein.

Die gemeine Schuppenflechte, Psoriasis vulgaris, tritt bevorzugt an den Streckseiten der Gelenke auf, vor allem an Ellenbogen und über der Kniescheibe sowie im Bereich des unteren Rückens. Auch werden die Herde durch mechanische Reizung provoziert, sind also an Stellen zu finden, wo beispielsweise die Kleidung scheuert. Neben dem klassischen Erscheinungsbild kann sich die Symptomatik auch an so gut wie allen anderen Stellen des Körpers manifestieren. Häufig hartnäckig und schwer zu behandeln ist beispielsweise die Psoriasis auf der Kopfhaut, unter der etwa zwei Drittel der Psoriatiker leiden. Sind statt der Streckseiten die Beugeseiten der Extremitäten und die Hautfalten betroffen, spricht man auch von einer Psoriasis inversa. Diese Form der Psoriasis ist eher nässend als trocken und besonders im Genital- und Analbereich häufig schwer behandelbar und mit extrememLeidensdruck verbunden.

Die Nagelpsoriasis kommt bei etwa 60 bis 70 Prozent aller Patienten mit einer Schuppenflechte der Haut vor. Seltener kann sie auch ohne gleichzeitig bestehende Hautveränderungen auftreten. Auch kann die Psoriasis mit entzündlichen Gelenkveränderungen einhergehen. Betroffen sind dabei vor allem Finger und Zehen. Man spricht von einer Psoriasis arthropatica oder Psoriasis-Arthritis. Wie die Nagelpsoriasis kann auch die Psoriasis-Arthritis gelegentlich isoliert, also ohne vorangegangene oder begleitende Hautsymptomatik auftreten.

Die Neigung, an einer Schuppenflechte zu erkranken, ist genetisch bedingt. Diese erbliche Veranlagung bleibt lebenslang bestehen. Deshalb muss die Krankheit aber nicht unbedingt ausbrechen.

Hat sich die Schuppenflechte manifestiert, gibt es verschiedene Wege, sie günstig zu beeinflussen. Wichtig ist die konsequente und individuell angepasste Therapie, durch welche die Hautveränderungen oft völlig verschwinden. Eine endgültige Heilung ist derzeit jedoch nicht möglich. Es gibt verschiedene Therapieansätze: äußerlich anzuwendende Medikamente in Form von Cremes, Salben, Lotionen und Tinkturen, Medikamente zur innerlichen Einnahme und physikalische Therapieformen wie Fototherapie, Laser oder Interferenzstromtherapie.

Um einem erneuten Auftreten der Hautveränderungen nach zeitweiliger Abheilung beziehungsweise einer Verschlechterung des Hautzustandes vorzubeugen, sollten mögliche Auslösefaktoren gemieden werden. Dazu zählen unter anderem mechanische Reize, zu hoher Alkoholgenuss und bestimmte Medikamente. Auch Stress und psychische Belastungen können die Symptomatik fördern.

Die Schuppenflechte ist entgegen der Befürchtungen vieler Menschen nicht ansteckend! Leider führen die häufig gut sichtbaren Hautveränderungen durch die weit verbreitete Unwissenheit der Umwelt immer wieder zu Ablehnung und Ausgrenzung Betroffener. Gerade weil die Erkrankung aber sehr häufig ist, sollte die Öffentlichket verstärkt informiert und Vorurteile abgebaut werden.

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Autor: Springer Medizin
Stand: Jan 26, 2007


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