Chronische Entzündungen
Forscher entdecken neue Immunzellen
Das Krankheitsgeschehen bei Psoriasis ist entscheidend von chronischen Entzündungen der Haut geprägt. Wissenschaftler entdeckten jetzt einen neuen Typ von Immunzellen, der daran beteiligt ist.
Bei dem neuen Zelltyp handelt es sich um so genannte Th22-Zellen, eine bislang unbekannte Untergruppe der T-Helferzellen. Diese wiederum gehören zu den T-Lymphozyten, die als eine Gruppe der weißen Blutkörperchen wichtige Aufgaben bei der Abwehr von Krankheitserregern und Fremdstoffen erfüllen. Die Forscher aus Deutschland, England und Italien entdeckten den neuen Zelltyp Th22, als sie Hautproben von Patienten mit Psoriasis, atopischem Ekzem (Neurodermitis) und allergischer Kontakt-Dermatitis untersuchten.
Th22-Zellen geben offenbar den Botenstoff Interleukin-22 (IL-22) ab, der das Gewebe vor einer Entzündung oder Infektion warnt. Dadurch wird das Gewebe angeregt, Schutzmechanismen einzuleiten. Zudem sind Th22-Zellen an den Prozessen der Wundheilung beteiligt. Bei chronisch-entzündlichen Hautkrankheiten wie der Psoriasis oder dem allergischen Ekzem ist die Funktion der Th22-Zellen offenbar gestört, wodurch die Entzündungsreaktionen besonders heftig ablaufen können.
Die Entdeckung des neuen Zelltyps wird von den Wissenschaftlern als „Meilenstein“ in der Erforschung des menschlichen Immunsystems angesehen. Sie hoffen, dadurch neue Medikamente entwickeln zu können, die noch wirksamer als die bislang verfügbaren gegen chronisch-entzündliche Haut- und Atemwegserkrankungen wie Psoriasis oder Asthma sind. Dafür erforschen sie u.a., wie die Th22-Zellen im Körper entstehen, welche Erbanlagen eine Rolle spielen und wie es zur Störung der Funktion dieser Zellen kommt.





