Juckreiz bei Psoriasis
Häufig - und häufig unerträglich
Juckreiz ist eine häufige Erscheinung bei einer Schuppenflechte. Neben lokalen und systemischen Therapien können allgemeine Maßnahmen helfen, das unerträgliche Kratzverlangen zu mindern.
Bis zu drei Viertel aller Psoriasispatienten, so zeigen Untersuchungen, kennen ihn: Quälenden Juckreiz, der ein unbändiges Verlangen nach Kratzen auslöst. Er tritt nicht nur an den unmittelbar von der Schuppenflechte befallenen Hautabschnitten auf, sondern auch in scheinbar gesunden Bereichen. Besonders oft betroffen sind die Beine, der Rücken, die Arme und die Kopfhaut, seltener der Hals-, Brust- oder Bauchbereich.
Die Erscheinungsformen von Juckreiz sind vielfältig. Nicht nur ein Jucken der Haut kann auftreten, sondern auch das Gefühl von Brennen, Prickeln oder Stechen.
Was ist Juckreiz?
In physiologischer Hinsicht handelt es sich bei Juckreiz um ein Warnsystem vor schädigenden Einflüssen wie Krankheitserregern, giftigen Pflanzen oder Chemikalien. Lange Zeit wurde er als eine besondere Form von Schmerz angesehen. Neuere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Juckreiz eine eigenständige von Schmerz unabhängige Empfindung ist. In der Haut und im zentralen Nervensystem existieren demnach Nervenbahnen, die ausschließlich Juckreiz leiten. Vermittelt wird Juckreiz, indem Botenstoffe wie Histamin, Acetylcholin oder Capsaicin direkt an speziellen Bindungsstellen auf die Nervenfasern einwirken oder andere wiederum Juckreiz auslösende Stoffe wie Substanz P oder Neurokinin freisetzen. Gleichzeitig gibt es Bindungsstellen, durch deren Aktivierung Juckreiz unterdrückt werden kann, sodass sich bei der Entstehung von Juckreiz ein kompliziertes Wechselspiel von Auslösung und Hemmung ergibt.
Warum juckt die Haut bei Schuppenflechte?
Die bei der Schuppenflechte auftretenden Entzündungen der Haut verursachen Juckreiz. Weshalb jedoch auch scheinbar unbeteiligte Hautareale jucken, konnte bislang nicht gänzlich aufgeklärt werden. Vermutet wird, dass eine fehlerhafte Regulierung von juckreizvermittelnden Botenstoffen eine Ursache sein könnte. Auch wurden bestimmte Botenstoffe wie die Substanz P in der Haut von Psoriasispatienten vermehrt nachgewiesen.
Die Häufigkeit und Intensität von Juckreiz hängen bei der Schuppenflechte offenbar von der Schwere der Hautkrankheit ab. So zeigten Untersuchungen, dass Juckreiz u.a. bei schwerer Ausprägung der Psoriasis häufiger und intensiver sein kann.
Die Lebensqualität leidet
Juckreiz beeinträchtigt die Lebensqualität sehr – insbesondere nachts, wenn er den Betroffenen den Schlaf raubt. Er verhindert das Einschlafen und führt zu Schlafstörungen. Viele Patienten beschreiben Juckreiz als unerträglich, lästig, störend oder ärgerlich. Zudem kommt es durch intensives Kratzen zu Hautschäden, die sich ihrerseits entzünden und Juckreiz hervorrufen.
Allgemeine Maßnahmen können helfen
Neben einer lokalen oder systemischen Behandlung der Schuppenflechte bzw. des Juckreizes, können allgemeine Maßnahmen dazu beitragen, der Entstehung von Juckreiz bei Psoriasis vorzubeugen. Zunächst sollten alle Faktoren, die Juckreiz auslösen oder verstärken können, gemieden werden. Hierzu zählt beispielsweise der Kontakt zu potenziell hautreizenden Substanzen. Besteht der Verdacht, dass bestimmte Lebensmittel Juckreiz verstärken, z.B. Alkohol oder Gewürze, sollte auf ihren Verzehr möglichst verzichtet werden. Bei der Auswahl der Kleidung wird Luftiges, nicht Einengendes aus Baumwolle empfohlen.
Da Juckreiz bei Psoriasis oftmals durch Stresssituationen ausgelöst oder verstärkt wird, können Entspannungstechniken wie autogenes Training, Atemtechniken, Meditation, progressive Muskelentspannung oder Yoga positive Effekte erzielen.
Trockene Haut weich cremen
Trockene Haut sollte durch entsprechende Pflegemaßnahmen weich und geschmeidig gehalten werden. Dabei helfen beispielsweise Emulsionen, die aufweichende und abschuppende Wirkstoffe wie Salizylsäure und Harnstoff enthalten. Von einer Reinigung auf herkömmliche Weise wird bei Psoriasis abgeraten: Normale Seife entfettet die ohnehin trockene Haut oft zusätzlich, sodass sich die Probleme eher verstärken. Deshalb sollten die Betroffenen beim Waschen auf die Benutzung von Seife verzichten. Stattdessen empfiehlt sich die Anwendung von leicht sauren Syndets, die die Haut schonen. Häufiges, langes und heißes Waschen, Duschen oder Baden sollte eher vermieden werden. Außerdem sollte die Haut beim Abtrocknen nicht zu stark abgerubbelt werden. Manche Patienten empfinden rückfettende Badezusätze als angenehm. Juckreiz kann zudem durch kaltes Duschen oder feuchte und kühlende Umschläge (z.B. mit Menthol) kurzzeitig gelindert werden.
Nach der Reinigung sollte eine fettende Pflegecreme aufgetragen werden. Durch die Kombination verschiedener Feuchthaltefaktoren wie Harnstoff mit Glycerin wird die Haut einerseits glatt und geschmeidig und kann andererseits besser Wasser binden.





