
Diagnose
Gar nicht so selten: Psoriasis bei Kindern
Eine Psoriasis kann bereits ab der Geburt vorkommen, und das ist gar nicht so selten: 14 Prozent aller Psoriasis-Erkrankungen treten vor dem 10. Lebensjahr auf und 28 Prozent vor dem 15. Lebensjahr. Bei etwa 90 Prozent der erkrankten Kinder zeigt sich das typische Bild einer so genannten Psoriasis vulgaris, der häufigsten Form der Schuppenflechte.
Bei Kindern ist besonders häufig die Gesichtshaut betroffen. Darüber hinaus treten die Hautveränderungen bei Kindern - ähnlich wie bei Erwachsenen - an den typischen Körperstellen wie den Streckseiten der Gelenke und im Steißbeinbereich auf. Grundsätzlich kann jedoch die Haut an allen Körperstellen betroffen sein.
Schwierige Diagnose
Die Diagnose einer Psoriasis bei Kindern ist nicht leicht zu stellen. Bei ihnen fehlt oft die charakteristische Schuppung der erkrankten Hautstellen und nicht immer sind die geröteten und leicht erhabenen Stellen scharf gegen die gesunde Haut abgegrenzt. Von einer Neurodermitis sind die Hautveränderungen manchmal kaum zu unterscheiden. Hinzu kommt, dass sowohl die Psoriasis als auch die Neurodermitis Juckreiz verursachen. Ist bei Kleinkindern nur der Windelbereich betroffen, wird die Schuppenflechte leicht mit einem Pilzbefall verwechselt.
Die Krankheit verläuft typischerweise in Schüben mit ausgeprägter Krankheitsaktivität, dazwischen liegen Phasen, in denen die Erkrankung teilweise oder vollständig zurückgeht.
Die seltenere Psoriasis guttata, bei der punktförmige Herde über die Körperoberfläche gestreut sind, ähnelt in einigen Fällen den Hautausschlägen infektiöser Kinderkrankheiten. Sie ist oft die Reaktion auf eine Infektionskrankheit (wie etwa einer Halsinfektion mit Streptokokken). Nach Abklingen der Infektion kann sich die Hauterkrankung vollständig zurückbilden oder in eine chronische Form der Psoriasis vulgaris übergehen.
Die Psoriasis pustulosa tritt bei Kindern seltener auf als bei Erwachsenen. Wenn sich bei den Kindern Eiterbläschen bilden, dann ist dies in der Regel Ausdruck eines akuten Schubes einer vorbestehenden Psoriasis vulgaris.
Eine Schuppenflechte kann auch die Nägel befallen, was aber bei Kindern eher selten der Fall ist. Ein Nagelpsoriasis tritt häufig gemeinsam mit einer Psoriasis-Arthritis auf. Diese entzündliche Gelenkerkrankung ist in Einzelfällen ebenfalls bereits im Kindesalter möglich.
Bestehen Zweifel an der Diagnose Psoriasis, hilft oft auch die Familiengeschichte weiter. Hat ein Eltern- oder Großelternteil bzw. ein Geschwisterkind Schuppenflechte, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich beim betreffenden Kind um diese Erkrankung handelt, deutlich erhöht. Verantwortlich für die familiäre Häufung ist die Weitergabe bestimmter genetischer Informationen, die in der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen, von einer Generation zur nächsten.
Untersuchung durch erfahrenen Hautarzt
Besteht der Verdacht auf eine kindliche Schuppenflechte, so sollte die Diagnose unbedingt von einem erfahrenen Hautarzt gestellt werden. Er kann die üblicherweise auftretenden, scharf begrenzten roten Flecken (Plaques) mit festhaftender Schuppung sicher gegen andere Hauterkrankungen abgrenzen. Auch das so genannte Auspitz-Phänomen ist zur Diagnosefindung hilfreich: Nach Ablösen der Schuppen treten punktförmige (tautropfenartige) Blutungen auf. Hierfür kratzt der Arzt betroffene Hautstellen auf. Auf eine Gewebeentnahme (Biopsie) sollte bei Kindern möglichst verzichtet werden.
Internet-Angebot
Eine Seite, die speziell zum Thema Schuppenflechte bei Kindern unter dem Motto "Psoriasis-Kids - Mit Schuppenflechte wachsen" erstellt wurde, findet sich unter www.psoriasis-kids.de. Sie wird von der Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V. in Berlin gestaltet und richtet sich sowohl an Eltern und Betreuer, als auch an Kinder und Jugendliche. Allerdings ist die Seite noch im Aufbau, daher sind noch nicht alle Inhalte verfügbar. Eine aktive Mitarbeit ist den Betreibern willkommen und wird ausdrücklich erwünscht.
www.psoriasis-kids.de






