Psoriasis pustulosa palmoplantaris
Teil I
Eine seltenere Form der Schuppenflechte ist die Psoriasis pustulosa palmoplantaris, auch Psoriasis pustulosa Typ Barber-Königsbeck genannt, die ausschließlich Handteller und Fußsohlen befällt und für die Betroffenen sehr schmerzhaft sein kann. Die Ursachen für die Erkrankung sind derzeit noch unklar. Bei der Behandlung erwies sich eine Kombination aus der Einnahme von Vitamin-A-Abkömmlingen und oraler Photochemotherapie als besonders effektiv.
Erscheinungsbild
Bei der Psoriasis pustulosa palmoplantaris bilden sich oft innerhalb weniger Stunden kleine gelbe Pusteln (daher "pustulosa") an Handtellern und Fußsohlen ("palma" bzw. "planta"). Ihr meist gelblicher Inhalt ist nicht infektiös. Nach wenigen Tagen verfärben sich die Pusteln bräunlich und schuppen schließlich ab. Die umliegende Haut ist gerötet, oft entstehen tiefe und schmerzhafte Risse. Meist hält die Erkrankung mehrere Wochen oder Monate lang an, verschwindet zwischenzeitlich und tritt dann erneut auf. Nur selten heilt sie vollständig ab.
Besonders die tiefen Risse in Handtellern und Fußsohlen verursachen oft quälende Schmerzen. Stehen, Gehen, Greifen, Schreiben und andere alltägliche Handgriffe sind nur mühsam möglich und schränken die Betroffenen in ihrer Leistungsfähigkeit erheblich ein. Viele Erkrankte fühlen sich durch ihre deutlich sichtbare Erkrankung ausgegrenzt und gemieden. Manche Mitmenschen reagieren darauf mit Ekel und Angst vor Ansteckung, obwohl die Pusteln nicht infektiös sind.
Die Psoriasis pustulosa palmoplantaris ist abzugrenzen von der pustulösen Variante der "normalen" Psoriasis (Psoriasis vulgaris). Hier treten die Pusteln am gesamten Körper auf. Außerdem leiden die Patienten bei dieser Form unter wiederkehrenden Fieberschüben und allgemeinem Krankheitsgefühl.
Ursachen
Die Ursachen für die Erkrankung, die bevorzugt Frauen oder Männer mittleren Alters betrifft, sind derzeit noch unbekannt. Der Zusammenhang zur Psoriasis vulgaris ist ebenfalls nicht geklärt. Bei der Mehrheit der Patienten mit einer Psoriasis palmoplantaris finden sich außer den Veränderungen an Hand- und Fußsohlen keine weiteren Schuppenflechteherde. Bestimmte genetische Merkmale, die bei Patienten mit einer gewöhnlichen Psoriasis gehäuft auftreten, finden sich bei dieser Sonderform der Schuppenflechte nicht.
Wahrscheinlich handelt es sich bei der Psoriasis palmoplantaris wie auch bei der gewöhnlichen Schuppenflechte um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Abwehrsystem fälschlicherweise Antikörper gegen körpereigene Strukturen bildet. Im speziellen Fall werden die Bindungsstellen für den Botenstoff Azetylcholin blockiert. Die Substanz Azetylcholin überträgt die Signale von Nervenenden an die Hautzellen. In einer schwedischen Studie ließen sich bei immerhin 42 Prozent der untersuchten Patienten mit Psoriasis pustulosa palmoplantaris diese speziellen Antikörper im Blut nachweisen. Eine Besonderheit dieser Bindungsstelle besteht darin, dass sich außer dem Botenstoff Azetylcholin auch Nikotin an den Rezeptor binden kann (deshalb auch die Bezeichnung "nikotinischer Azetylcholinrezeptor"). Hier liegt möglicherweise die Erklärung dafür, dass Raucher häufiger an dieser Form der Schuppenflechte erkranken als Nichtraucher.
Wie bei der gewöhnlichen Schuppenflechte auch können Stress und belastende Lebensereignisse den Ausbruch einer Psoriasis pustulosa palmoplantaris begünstigten.





