
Begleiterkrankungen
Herzkreislauferkrankungen: Vorbeugen, Erkennen, Behandeln
Bei Psoriasis sind Herzkreislauferkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt häufig. Mithilfe eines gesunden Lebensstils kann ihnen jedoch vorgebeugt werden.
Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) treten im Zusammenhang mit Schuppenflechte gehäuft auf. So haben Psoriasispatienten gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein – abhängig vom Lebensalter und der Schwere ihrer Hautkrankheit – bis zu dreifach erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und ein 1,5-fach erhöhtes Risiko für Bluthochdruck. Untersuchungen wiesen zudem eine erhöhte Sterblichkeit durch Herzkreislauferkrankungen bei Psoriasispatienten nach. Auch hier zeigte sich eine Verbindung zur Schwere der Hautkrankheit.
Der ursächliche Zusammenhang ist komplex
Der ursächliche Zusammenhang zwischen der Schuppenflechte und Herzkreislauferkrankungen scheint sehr komplex und ist bislang noch ungeklärt. So tritt bei Psoriasispatienten auch das so genannte metabolische Syndrom, das seinerseits ein Risiko für Herzkreislauferkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall darstellt, etwa doppelt so häufig auf wie in der Allgemeinbevölkerung. Beim metabolischen Syndrom handelt es sich um das gemeinsame Vorkommen von mindestens drei der folgenden Faktoren:
- Starkes Übergewicht,
- Fettstoffwechselstörungen mit niedrigem "gesundem" HDL-Cholesterin, hohem "ungesundem" LDL-Cholesterin und erhöhten Triglyceriden,
- Bluthochdruck und
- ein gestörter Zuckerstoffwechsel bis hin zum Diabetes mellitus.
Übergewicht wiederum - Bestandteil des metabolischen Syndroms - begünstigt bekanntermaßen die Entstehung von Psoriasis und erhöht auch das Risiko für eine koronare Herzkrankheit. Zudem deuten Studienergebnisse an, dass die Schuppenflechte ein eigenständiger Risikofaktor für die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung als Vorstufe zum Herzinfarkt ist.
Vorbeugen
Durch einen gesunden Lebensstil kann der Entstehung des metabolischen Syndroms und Herzkreislauferkrankungen vorgebeugt werden. Dazu gehören neben einer kalorienarmen, ausgewogenen Ernährung und dem Halten eines gesunden Körpergewichts, viel körperliche Bewegung, ausreichend Schlaf sowie der Verzicht auf Rauchen und hohen Alkoholkonsum. Insbesondere letzteres scheint für viele nicht einfach: Untersuchungen belegen, dass unter Psoriasispatienten die Häufigkeit von Rauchen und hohem Alkoholkonsum im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht ist.
Erkennen
Um ein vorliegendes metabolisches Syndrom und eventuelle Herzkreislauferkrankungen rechtzeitig zu erkennen, werden Psoriasispatienten folgende ärztliche Untersuchungen empfohlen:
- Mindestens alle zwei Jahre: Bestimmung des Body Mass Index (BMI) als Maß für das Körpergewicht, Messung von Puls und Blutdruck
- Mindestens alle fünf Jahre: Bestimmung der Blutfette und des Blutzuckers im Nüchternzustand
Liegen weitere Risikofaktoren vor, sollten die Kontrolle der Blutfette und des Blutzuckers im Nüchternzustand sowie Puls- und Blutdruckmessung alle zwei Jahre stattfinden. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis wird sogar eine jährliche Bestimmung des Blutzuckers im Nüchternzustand empfohlen.
Werden bei diesen Untersuchungen Auffälligkeiten festgestellt, können sich weitere Untersuchungen anschließen wie Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG, eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) zur Beurteilung der Herzfunktion, eine Szintigraphie des Herzens (nuklearmedizinische Untersuchung) zur Beurteilung der Durchblutungsverhältnisse am Herzen sowie eine Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) zur Darstellung der Herzkranzgefäße.
Behandeln
Bei der Therapie von Herzkreislauferkrankungen wie Arteriosklerose und koronarer Herzkrankheit spielt das Ausschalten von Risikofaktoren eine entscheidende Rolle, damit die Erkrankung nicht weiter voranschreitet. Dazu gehört es, die Ernährung umzustellen, sich viel zu bewegen, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen, mit dem Rauchen aufzuhören und einen bestehenden Diabetes oder Bluthochdruck durch entsprechende Medikamente gut einzustellen. Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern und einen Verschluss der Herzkranzgefäße zu verhindern. In schweren Fällen kann die Durchblutung verengter oder verschlossener Herzkranzgefäße durch einen operativen Eingriff wiederhergestellt werden.






