
Medikamenten-Shopping im Internet
Experten warnen
Viele verschreibungspflichtige Wirkstoffe, die gegen Psoriasis helfen, sind offenbar im Internet frei erhältlich. Experten finden das besorgniserregend, weil die Medikamente auch zu Nebenwirkungen führen können.
Dank der globalen Vernetzung können viele Konsumgüter heute im Internet gekauft werden – darunter auch Arzneimittel. Die sogenannte „elektronische Pharmazie-Industrie“ hat in den letzten zehn Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Anbieter übertreffen sich mit Angeboten für Medikamente gegen Haarausfall, sexuelle Störungen, Übergewicht oder das Altern. Doch zunehmend können auch Mittel über das Internet bezogen werden, die normalerweise vom Arzt verschrieben werden müssen und in der Apotheke nur auf Rezept erhältlich sind.
Das zeigt auch eine neue Untersuchung aus Frankreich, in der bei Internetanbietern speziell nach Medikamenten gegen Psoriasis gesucht wurde. Mit Ausnahme von zwei Wirkstoffen konnten alle gegen Psoriasis zugelassenen systemischen und lokalen Wirkstoffe über das Internet erworben werden. Bei ihrer vierstündigen Suche fanden die Forscher insgesamt 47 Webseiten, die 340 Produkte anboten. Die geforderten Preise waren oftmals höher als die offiziellen französischen Produktpreise. Erhältlich waren neben den gut geprüften und zugelassenen Wirkstoffen auch Mittel, deren Wirksamkeit gegen Psoriasis nach wissenschaftlichen Kriterien noch nicht ausreichend bewertet wurde.
Experten beobachten diese Entwicklung mit wachsender Sorge. So rufen manche Wirkstoffe u.U. gefährliche Nebenwirkungen hervor, über deren Anzeichen die Patienten normalerweise vorab von ihrem Arzt informiert werden. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind möglich. Der Arzt kennt diese in der Regel und weiß deshalb, welche Wirkstoffe gleichzeitig eingenommen oder angewendet werden können und welche nicht. Beim Online-Kauf erfolgt eine solche Überprüfung dagegen nicht. Darüber hinaus besteht beim Bezug von Medikamenten über das Internet zunehmend die Gefahr von Fälschungen. Schätzungen zufolge sind heute bereits 62 Prozent aller Arzneien, die im Internet gekauft werden können, gefälscht oder unterdosiert.






