Psoriasis vulgaris
Neue europäische Leitlinie zur systemischen Therapie
Eine neue europäische S3-Leitlinie soll Hautärzten zu einheitlichen Standards bei der systemischen Therapie der Psoriasis vulgaris verhelfen. Sie beruht auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Wissenschaftlich fundierte Leitlinien sind ein geeignetes Mittel, um die Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Krankheiten zu vereinheitlichen und einer großen Zahl von Patienten die nach dem jeweiligen Erkenntnisstand bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen. An ihrer Entstehung und Aktualisierung sind in der Regel verschiedene medizinische Fachgesellschaften beteiligt. Eine neue sogenannte S3-Leitlinie erschien jetzt zur systemischen Therapie der Psoriasis vulgaris.
In der neuen Leitlinie werden die verschiedenen bei der Schuppenflechte einsetzbaren systemischen Wirkstoffe wie Methotrexat, Ciclosporin, Retinoide, Fumarate und Biologics hinsichtlich ihrer Anwendungsbereiche, Wirksamkeit, kurz- und langfristigen Nebenwirkungen sowie Kombinationsmöglichkeiten beleuchtet. Darüber hinaus werden die unterschiedlichen Methoden der Phototherapie erläutert. Die Empfehlungen für die Anwendung der Therapien beruhen auf neuesten Ergebnissen klinischer Studien. Sie berücksichtigen nicht nur die Effektivität der einzelnen Mittel gegen die Symptome der Schuppenflechte, sondern in starkem Maße auch die Frage nach der Lebensqualität der Erkrankten.
Wann gilt ein systemisches Mittel als wirksam?
Für die Einschätzung, ob eine Therapie wirksam ist oder nicht, wird die Verbesserung des sogenannten PASI (Psoriasis Area and Severity Index) herangezogen. Er berücksichtigt das Ausmaß der betroffenen Hautfläche und die Schwere der Hautveränderungen. Ermittelt wird, bei wie vielen Patienten die Behandlung mit einem bestimmten Wirkstoff innerhalb von 12 bis 16 Wochen zu einer Verbesserung des PASI gegenüber dem Ausgangswert um 75 Prozent führt (PASI 75). Demnach wird eine systemische Therapie als lohnend eingestuft, sobald sie bei mindestens 30 Prozent der Betroffenen zu einer Verbesserung des PASI um 75 Prozent führt. Ausdrücklich empfohlen wird der Einsatz eines bestimmten Wirkstoffs allerdings erst, wenn die PASI 75-Verbesserung mehr als 60 Prozent der Behandelten betrifft.
Die Erfahrungen aus verschiedenen Untersuchungen zeigten laut Leitlinie, dass Hautärzte oftmals nur sehr zögerlich systemische Therapien bei Schuppenflechte einsetzen würden – aus Angst vor möglichen Nebenwirkungen und Interaktionen zwischen verschiedenen Wirkstoffen. Nicht selten setzten sie zudem auf traditionelle Therapiekonzepte, ohne neuere Entwicklungen und die damit verbundenen Chancen zu berücksichtigen. Mit der aktuellen Leitlinie wird Hautärzten in Europa nun mehr Sicherheit verschafft. Sie ist ein Instrument, mit dessen Hilfe die systemische Behandlung von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet und optimiert werden kann.





