Lichttherapie
PUVA und Sonderformen der Photo- und Photochemotherapie bei Schuppenflechte
Zur Behandlung der Psoriasis kann sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlung eingesetzt werden.
PUVA: Kombination von UV-A mit Psoralen
Um die Wirksamkeit der schwächeren UV-A-Strahlung (Licht der Wellenlänge 320-400nm) zu steigern, wird die Bestrahlung mit UV-A in der Regel mit einer Substanz aus der Gruppe der Psoralene kombiniert, die die Lichtempfindlichkeit der Haut steigert. Dieser Stoff wird zwei Stunden vor der Bestrahlung in Form einer Tablette verabreicht. Diese Kombinationsbehandlung mit Psoralen und UV-A wird auch PUVA genannt. Aufgrund der lichtsensibilisierenden Wirkung der Psoralene muss hier allerdings, zum Schutz der Augen, bis zu zwölf Stunden nach Einnahme des Präparates eine UV-A Schutzbrille getragen werden.
Bade- und Dusch-PUVA
Anders ist dies lediglich bei den Sonderformen der Photochemotherapie, der Bade- bzw. der Dusch-PUVA. Bei der Bade-Puva wird der Lichtsensibilisator Psoralen beim 15-20 minütigen Baden durch das Wasser (oder während eines Hand- oder Fußbades) gelöst. Danach schließt sich die Bestrahlung an. Der Vorteil der Bade-PUVA ist die gleichmäßige Verteilung des Psoralens über die gesamte Haut bei gleichzeitig minimaler Aufnahme in den Körper. Nach der Bestrahlung werden die Reste an freien Psoralenen abgeduscht. Studien haben gezeigt, dass die Bade-PUVA bei gleicher Wirksamkeit mit deutlich geringeren Strahlendosen auskommt als die orale PUVA. Das Krebsrisiko ist dabei im Vergleich deutlich reduziert. Alternativ zum Bad kann das Psoralen auch mittels einer Dusche aufgebracht werden, man spricht dann von Dusch-PUVA.
Selektive Ultraviolett-Phototherapie (SUP)
Alternativ zur UV-A-Strahlung kann auch UV-B-Strahlung eingesetzt werden. Hierbei wird innerhalb des UV-B-Spektrums (280-320 nm) der energieärmere (langwelligere) Anteil bevorzugt, der im Vergleich zum energiereicheren Anteil des UV-B-Spektrums weniger unerwünschte Wirkungen aufweist. Man spricht auch von Selektiver Ultraviolett-Phototherapie (SUP).
UV-Lichtkamm hilft vor allem bei Kopfhautpsoriasis
Ein Kamm mit ultraviolettem (UV) Licht kann besonders bei der Behandlung der Kopfhautpsoriasis helfen. Die behaarte Haut auf dem Kopf kann bei vielen Menschen im Rahmen einer normalen Bestrahlung kaum erreicht werden. UV-Lichtkämme teilen jedoch beim Kämmen die Haare und leiten das Licht durch die Kammzähne genau auf die Kopfhaut.
Auch für die gezielte Bestrahlung anderer, schwer zugänglicher Herde z.B. im Genitalbereich oder in Hautfalten, kann der Lichtkamm nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden.
UV-Bluepoint-Behandlung
Für die Behandlung der Nägel gibt es spezielle kleine Punktstrahler (Bluepoint), mit denen das UV-Licht gezielt auf einzelne Nägel gerichtet werden kann. Darüber hinaus können auch Lichtkämme für die Nägel eingesetzt werden, dabei können dann mehrere Nägel gleichzeitig behandelt werden.
Prof. Dr. H. Meffert: Schuppenflechte; Verlag Gesundheit (Medicus)
Unholzer, Prof. Dr. H. C. Korting: Psoriasis vulgaris (Psoriasis, Schuppenflechte); Yavivo.de http://www2.lifeline.de/yavivo/Erkrankungen/Psoriasis/index.html
J.-H. Blume: Therapieoptionen bei der Psoriasis vulgaris; in: Haut - Dermatologie, Phlebologie, Allergologie 1/2005 (Viavital Verlag) http://laekbw.arzt.de/25/10praxis/80dermatologie/0501h.pdf
Silvia Schauder: Phototoxische Reaktionen der Haut durch Medikamente Deutsches Ärzteblatt Heft 34-35, 29.08.2005 S. 1851-1856
Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und des Berufsverbandes Deutscher Dermatologen (BVDD): Empfehlungen zur Phototherapie und Photochemotherapie; 22.November2002; www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/013-029.htm





