Retinoide
Abkömmlinge der Vitamin-A- Säure
Retinoide (Abkömmlinge der Vitamin-A- Säure) wie Acitretin und Etretinat kommen in der Psoriasistherapie vor allem in Kombination mit anderen Antipsoriatika einschließlich der UV-Strahlung zum Einsatz. Retinoide beeinflussen das Wachstum und die Ausreifung von Oberhautzellen sowie die Entzündungsaktivität in den Psoriasisherden. Am verbreitetsten ist die Kombination von Acitretin mit Psoralen und Phototherapie, bekannt als Re-PUVA. In dieser Kombination können die Einzelsubstanzen so gering dosiert werden, dass bei optimaler Wirkung nur wenige Nebenwirkungen auftreten.
Als unerwünschte Wirkung einer Retinoidbehandlung ist die Austrocknung von Haut und Schleimhäuten (Nase, Lippen, Auge, Genitalbereich) für den Patienten am deutlichsten spürbar. So müssen beispielsweise Kontaktlinsenträger während einer Retinoidtherapie eine Brille tragen, weil nicht ausreichend Tränenflüssigkeit gebildet wird. Häufig wird auch über Haarausfall sowie über eine Erhöhung der Blutfettwerte berichtet. Deshalb sind regelmäßige Laborkontrollen (Leber- und Blutfettwerte) im Behandlungsverlauf wichtig.
Von Retinoiden ist bekannt, dass sie eine starke fruchtschädigende Wirkung besitzen oder anders ausgedrückt: Nimmt eine Schwangere dieses Medikament ein, so kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Fehlbildungen beim Kind. Deshalb dürfen Frauen im gebärfähigen Alter nicht mit Retinoiden behandelt werden. Hat eine Frau Retinoide bekommen und es besteht nun ein Kinderwunsch, so sollten zwischen Absetzen des Medikaments und Empfängnis mindestens zwei Jahre vergehen. So lange dauert es, bis die Abbauprodukte des Medikaments den Körper endgültig verlassen haben.





