
Gesunde Hautflora
Wie Bakterien die Haut vor Entzündungen schützen
Auf unserer Haut befinden sich zahlreiche Bakterien und Pilze, die keine Krankheiten auslösen, sondern sogar davor schützen. Einige der zugrunde liegenden Mechanismen konnten Forscher jetzt entschlüsseln.
Die Idee, dass der Kontakt mit Mikroorganismen das Immunsystem stärkt und dadurch vor Krankheiten schützt, ist nicht neu. 1989 postulierte David P. Strachan die sogenannte Hygiene-Hypothese. Sie besagt, dass eine mangelnde Auseinandersetzung mit potenziell krankmachenden Keimen in der frühen Kindheit zu einer erhöhten Anfälligkeit im späteren Leben gegenüber Krankheiten und Allergien führe. Dies könne erklären, weshalb Kinder, die in großen Familien aufwachsen und durch den Kontakt mit ihren Geschwistern häufiger unterschiedlichsten Infektionen ausgesetzt seien, seltener an Allergien wie Heuschnupfen oder Hautekzem leiden.
Zur normalen Hautflora gehören verschiedenste Bakterien, darunter auch bestimmte Arten von Staphylokokken. Gelangen sie in den Körper, können sie Entzündungsreaktionen auslösen. Auf der Haut jedoch sind sie harmlos. Im Gegenteil: Sie fördern sogar die normalen Heilungsprozesse nach einer Verletzung, wie Forscher jetzt in einer neuen Untersuchung herausfanden. So schützt ein bestimmtes Stoffwechselprodukt dieser Bakterien, die sogenannte Lipoteichonsäure, die Haut vor einer zu starken Entzündung nach einer Verletzung. Die Forscher deckten auf, wie die von den Staphylokokken abgesonderte Lipoteichonsäure auf die Hornzellen der Haut einwirkt und so für eine normale Entzündungsreaktion als Antwort auf eine Verletzung sorgt. Dadurch werde der Heilungsprozess der entstandenen Wunde unterstützt.
Zum ersten Mal, so die Forscher, seien damit molekulare Grundlagen der Hygiene-Hypothese aufgedeckt worden. Dies könne dabei helfen, neuartige Therapien gegen entzündliche Hautkrankheiten zu entwickeln.






