Pflegetipps

Quälendes Symptom Juckreiz

Juckreiz ist eine häufige Begleiterscheinung der Schuppenflechte. Zum Glück stehen für seine Behandlung zahlreiche Maßnahmen und Wirkstoffe zur Verfügung.

Was ist Juckreiz und wie äußert er sich?

Die Art und Weise, in der sich Juckreiz äußert, ist vielfältig: Jucken, Brennen, Stechen und Prickeln sind möglich. Juckreiz kann auf einen bestimmten Hautbereich begrenzt sein oder am ganzen Körper auftreten und tageszeitlichen Schwankungen unterliegen.

Juckreiz wird von den meisten Betroffenen als sehr unangenehm erlebt und geht mit einem oft unbändigen Kratzverlangen einher. Wiederholtes Kratzen führt nicht selten zu Hautschäden, die sich entzünden und ihrerseits Juckreiz hervorrufen - ein Teufelskreis entsteht. Aus physiologischer Sicht gilt Juckreiz als eine Art Warnsystem vor schädigenden Einflüssen wie Krankheitserregern, giftigen Pflanzen oder Chemikalien. Neuere Untersuchungen belegen, dass es sich um eine eigenständige Empfindung handelt, für die spezielle Nervenbahnen existieren und die von verschiedenen Stoffen (z.B. Substanz P, Acetylcholin, Capsaicin) vermittelt wird.

Bei welchen Erkrankungen tritt Juckreiz auf?

Häufig tritt Juckreiz in Verbindung mit akuten und chronischen entzündlichen Hauterkrankungen auf, z.B. bei Psoriasis, Neurodermitis, allergischer Kontaktdermatitis, Hautinfektionen oder Insektenstichen. Aber auch nicht-entzündete Haut kann jucken. In diesem Fall geht der Juckreiz entweder auf "unsichtbare" Hautkrankheiten zurück (z. B. Lichtdermatose) oder ist Ausdruck einer inneren, systemischen Erkrankung wie Eisenmangel, Lebererkrankungen, eines chronischen Nierenleidens oder einer Blutkrankheit.

Wie kann Juckreiz behandelt werden?

Zunächst muss die zu Grunde liegende Ursache festgestellt und - soweit möglich - behandelt werden. Für die Therapie von Juckreiz selbst stehen verschiedene Maßnahmen und Wirkstoffe zur Verfügung.

  • Allgemeine Maßnahmen
    Alle Faktoren, die Juckreiz verstärken, sollten beseitigt oder gemieden werden. Hierzu zählen trockene Haut, der Kontakt zu hautreizenden Substanzen und bestimmte Genussmittel wie Alkohol oder Gewürze. Empfohlen werden das Tragen luftiger Kleidung aus Baumwolle, kaltes Duschen sowie feuchte oder kühlende Umschläge (z.B. mit Menthol), die den Juckreiz kurzzeitig lindern können. Da Juckreiz oftmals durch Stress-Situationen ausgelöst oder verstärkt wird, können Entspannungstechniken wie autogenes Training positive Effekte erzielen.
  • Lokale Therapie
    Für die lokale Behandlung von Juckreiz stehen zahlreiche Substanzen zur Verfügung, die auf die betroffenen Hautareale aufgebracht werden können. Bei trockener Haut wird die Anwendung von Harnstoff empfohlen, da er neben seinen hautfettenden Eigenschaften auch direkt juckreizlindernd wirkt.
    Kurzfristig können Mittel zur Verminderung oder Ausschaltung der Schmerzempfindung, so genannte Lokalanästhetika (z.B. Lidocain, Benzocain), und Glukokortikoide in Salbenform angewendet werden. Besonders effektiv wirkt Capsaicin, ein pflanzliches Mittel, das beim Auftragen auf die Haut die zuständigen Nervenfasern unempfindlich macht und dadurch die Weiterleitung von Juckreiz unterdrückt.
  • Systemische Therapie
    Nur sehr schwere Formen von Juckreiz sollten systemisch, also mit Wirkstoffen, die im gesamten Körper wirken, behandelt werden. Da dabei auch im ganzen Körper unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können, sollte dies nur erfolgen, nachdem die Grunderkrankung möglichst optimal durch einen Spezialisten behandelt wurde und die allgemeinen und lokalen Therapieoptionen ausgeschöpft wurden.
    Bewährt haben sich antientzündlich wirkende Mittel wie Glukokortikoide, Cyclosporin A, alpha-Interferon, Retinoide und Dapson. Der Einsatz von Antihistaminika empfiehlt sich vor allem bei allergischen Formen von Juckreiz, hingegen wirken sie bei entzündlichen Hauterkrankungen wie der Psoriasis oft nur wenig. Einige Formen von Juckreiz sprechen auf Psychopharmaka z. B. trizyklische Antidepressiva an. Neuere viel versprechende Wirkstoffe, die sich derzeit noch in der Erprobung befinden, sind so genannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sowie Wirkstoffe, die die körpereigenen, an der Juckreizvermittlung beteiligten Opioide beeinflussen, so genannte Opiatrezeptorantagonisten.
  • UV-Therapie
    Bei schwerem Juckreiz, der mit lokalen oder systemischen Wirkstoffen nicht effektiv behandelbar ist, kann auch die Anwendung einer UV-Therapie hilfreich sein.


Quelle: Ständer, S.: Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen bei Pruritus. hautnah dermatologie 2004, 3:124-131.
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jan 20, 2009


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