Retinoide
Behandlung durch Vitamin-A-Abkömmlinge
Retinoide sind neben der Akne auch für die äußerliche Behandlung der leichten bis mittelschweren Psoriasis geeignet. Bei der Behandlung muss erhöhte Lichtsensibilisierung durch die Substanz sowie eine starke Reizwirkung auf der gesunden Haut beachtet werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Tazaroten nicht angewandt werden.
Wie bei der Akne und anderen Verhornungsstörungen sind Retinoide, Abkömmlinge des Vitamin A, auch für die äußerliche Behandlung der leichten bis mittelschweren Psoriasis geeignet
Wirkweise und Anwendung
Retinoide hemmem die übermäßige Zellteilung und wirkt darüber hinaus antientzündlich. Die Substanz wirkt besonders gut gegen sehr dicke und hartnäckige Schuppenherde und kann hier eine Alternative zur Glukokortikoidbehandlung darstellen. Empfohlen wird die Behandlung von Körperstamm, Armen und Beinen sowie der Kopfhaut. Im Gesicht und im Genitalbereich, bei erythrodermatischen und nässenden Formen der Psoriasis sollte die Behandlung mit Retinoiden dagegen unterbleiben; für die pustulöse Psoriasis liegen noch nicht genug Erfahrungen vor.
Kombinationstherapien
Gute Erfolge können durch eine Kombinationstherapie mit Glukokortikoiden erzielt werden. Die beiden Substanzen sind hierbei gleichzeitig oder im täglichen Wechsel verabreichbar. Eine Kombinationstherapie über vier Wochen bringt oft einen besseren und schnelleren Wirkeintritt. Das Glukokortikoid wird danach abgesetzt oder seltener angewendet, um dessen Nebenwirkungen zu vermeiden. Gute Erfolge sind auch für die Kombination mit einer UVB-Bestrahlung nachgewiesen, wobei Retinoide wegen der Erhöhung der möglichen krebsfördernden Wirkung von UV-Licht erst nach der Bestrahlung aufgetragen werden.
Die Substanz sollte ausschließlich auf die befallenen Hautareale aufgetragen und die gesunde Haut ausgelassen werden, da es auf dieser zu starken Reizungen kommen kann. Günstig ist es, die umliegende Haut durch eine Fettcreme zu schützen.
Anwendungseinschränkungen
Es sollte keine allzu großflächige Behandlung erfolgen. In Deutschland ist die Anwendung auf bis zu zehn Prozent der Körperoberfläche zugelassen. Säuglinge und kleine Kinder dürfen nicht mit Tazaroten behandelt werden. Bezüglich des geeigneten Mindestalters bestehen unterschiedliche Vorgaben, so darf Tazaroten in Deutschland erst bei Erwachsenen ab 18 Jahren eingesetzt werden, in den USA bereits ab zwölf.
Als Nebenwirkung wird eine Hautreizung, Brennen, Rötung und Juckreiz beschrieben. In der lokalen Behandlung zeigte sich für die Substanz selbst im Tierversuch keine karzinogene (krebsfördernde) Wirkung, sie sensibilisiert jedoch die Haut gegen die karzinogene Wirkung von UV-Licht. Die Substanz wird deshalb am besten abends aufgetragen. Auch eine fruchtschädigende Wirkung, wie sie von der systemischen Therapie mit Retinoiden bekannt ist, konnte bislang bei der lokalen Anwendung im Tierversuch nicht nachgewiesen werden. Die Behandlung bei geplanter und bestehender Schwangerschaft sowie in der Stillzeit sollte dennoch unterbleiben.
Prof. Dr. H. Meffert: Schuppenflechte; Verlag Gesundheit (Medicus)
Dr. D. Burkhardt, Prof. Dr. K. Degitz: Rat und Hilfe bei Schuppenflechte; Südwest Verlag
A. Unholzer, Prof. Dr. H. C. Korting: Psoriasis vulgaris (Psoriasis, Schuppenflechte);
J.-H. Blume: Therapieoptionen bei der Psoriasis vulgaris; in: Haut - Dermatologie, Phlebologie, Allergologie 1/2005 (Viavital Verlag)





