Salicylsäure
Häufig eingesetzt in der lokalen Psoriasistherapie
Salicylsäure ist eines der wichtigsten Adjuvantien (Zusatzstoffe) der lokalen Psoriasistherapie. Sie dient der Ablösung der Schuppen, macht die Haut für andere Wirkstoffe und Behandlungen durchlässiger und empfänglicher. Sie ist darüber hinaus geringfügig entzündungshemmend und hat als erwünschten Nebeneffekt eine dosisabhängige Wirkung gegen Bakterien und Pilze.
Die wohl wichtigste Wirkung der Salizylsäure ist die Keratolyse, das heißt die Ablösung der Schuppen. Dadurch werden die Herde nicht nur direkt bekämpft, die Haut wird auch durchlässiger und empfänglicher für weitere antipsoriatische Wirkstoffe und Behandlungsformen. Häufig wird die Substanz vor Beginn der eigentlich geplanten äußerlichen Behandlung oder einer Lichttherapie gezielt auf die Psoriasis-Herde aufgebracht, um die Hornschuppen abzulösen und damit die Wirksamkeit der anschließend eingesetzten Behandlungsverfahren zu erhöhen.
Neben der Abschuppung wirkt Salicylsäure auch leicht entzündungshemmend. Ein weiterer Zusatznutzen ist die Wirkung auf Bakterien und Pilze: In niedrigen Dosierungen wirkt sie dabei bakterio- und fungistatisch, hemmt also die Keime im Wachstum. In höheren Dosierungen vermag sie diese sogar abzutöten (bakterio- und fungizid).
Sollen Herde an Rumpf und Extremitäten von Schuppen befreit werden, wird die Substanz in Form einer Salbe niedrig dosiert (2-3,5%-ige Zubereitung) großflächig aufgetragen. Zur Ablösung massiver Schuppenplatten, vor allem an Handflächen und Fußsohlen, werden höhere Dosierungen bis 20% verwendet. Besondere Applikationsformen gibt es für die Entschuppung des behaarten Kopfes. Hier stehen so genannte Salicylsäurekappen sowie spezielle Zubereitungen für die Kopfwäsche zur Verfügung.
Salicylsäure als Wegbereiter
Wichtig ist die Salicylsäure als Zusatz von Dithranol-Zubereitungen. Hier erleichtert sie dem Wirkstoff Dithranol nicht nur den Weg durch die Haut, sie bewahrt die Substanz durch die antioxidative Wirkung auch vor dem Zerfall und dem daraus resultierenden Wirkungsverlust.
Mögliche unerwünschte Wirkungen und Anwendungseinschränkungen
Ein wesentlicher unerwünschter Nebeneffekt der Salicylsäure ist die Aufnahme über die Haut. Gelangen große Mengen in den Körper, kommt es zu Vergiftungserscheinungen, dem so genannten Salicylismus. Dieser macht sich durch zentralnervöse Symptome wie Schwindel, Ohrgeräuschen und Schwerhörigkeit sowie Übelkeit und Erbrechen bemerkbar. Die Substanz sollte deshalb bei Säuglingen und Kleinkindern nicht eingesetzt werden, bei Schulkindern nur in geringen Dosierungen. Ist eine Störung der Nierenfunktion bekannt, besteht die Gefahr einer Kumulation (Ansammlung) der Substanz im Körper. Bei diesen Patienten sollte, wie auch bei Schwangeren, eine großflächige oder hoch dosierte Behandlung unterbleiben.
Prof. Dr. H. Meffert: Schuppenflechte; Verlag Gesundheit (Medicus)
Dr. D. Burkhardt, Prof. Dr. K. Degitz: Rat und Hilfe bei Schuppenflechte; Südwest Verlag
A. Unholzer, Prof. Dr. H. C. Korting: Psoriasis vulgaris (Psoriasis, Schuppenflechte); Yavivo.de
J.-H. Blume: Therapieoptionen bei der Psoriasis vulgaris; in: Haut - Dermatologie, Phlebologie, Allergologie 1/2005 (Viavital Verlag)
Rote Liste - Arzneimittelverzeichnis für Deutschland





