Biologics gegen Psoriasis
Wirkung am Immunsystem
Bei der Schuppenflechte kommt es zu krankhaften Reaktionen des Abwehrsystems, die Entzündungen verursachen. So genannte Biologics wirken der Entstehung dieser entzündlichen Prozesse entgegen.
Psoriasis ist eine entzündliche Hauterkrankung, bei der bestimmte Reaktionen des Immunsystems gestört ablaufen. So werden beispielsweise CD4+ T-Zellen, eine der vielen Zellarten des Immunsystems, verstärkt aktiviert. Sie führen zu einer übermäßigen Ausschüttung von Botenstoffen, die an der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind. Diese als Zytokine bezeichneten Botenstoffe, zu denen u.a. der Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) und Interleukine gehören, bewirken anhaltende Entzündungsreaktionen in der Haut und tragen so zur Entstehung der typischen Psoriasis-Herde bei.
Wodurch bei der Entstehung von Schuppenflechte die normalen Immunreaktionen gestört werden, ist letztlich noch unbekannt. Als auslösende Faktoren werden u.a. körpereigene Eiweiße, Infektionen und Medikamente diskutiert.
Biologics wirken gegen Schuppenflechte
Biologics sind Wirkstoffe, die auf unterschiedlichen Ebenen regulierend in die gestörten Immunprozesse eingreifen. Bei den in Europa derzeit zur Behandlung der Psoriasis zugelassenen Biologics handelt es sich um Medikamente, die die Wirkung der entzündungsvermittelnden Botenstoffe Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α), Interleukin-12 oder Interleukin-23 unterbinden.
Biologics haben sich bei der Behandlung der Psoriasis als wirksam erwiesen. Sie greifen bereits in die frühen entzündlichen Prozesse einer Schuppenflechte-Erkrankung ein und beugen dadurch der vollen Ausprägung des Krankheitsbildes vor.
Welche Nebenwirkungen sind bei Biologics zu erwarten?
Biologics sind vergleichsweise gut verträglich, da sie zielgerichtet gegen die gestörten Abwehrprozesse wirken.Allerdings ist unter der Behandlung mit Biologics ein erhöhtes Infektionsrisiko zu erwarten. Am häufigsten treten Infektionen der oberen Luftwege, grippeähnliche Infekte und Infektionen der Harnwege auf. Besonders anfällig sind Patienten, die, etwa nach einer Organtransplantation, zusätzlich Medikamente zur Hemmung des Immunsystems (Immunsuppressiva) einnehmen müssen oder an weiteren Erkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden.Darüber hinaus können durch die Behandlung mit Biologics allergische Reaktionen sowie Hautreaktionen an der Einstichstelle ausgelöst werden.
Wer kommt für eine Behandlung mit Biologics in Frage?
Die derzeit in Europa zugelassenen Biologics dürfen nur bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis bzw. aktiver Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass andere systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapien keinen ausreichenden Behandlungserfolg erbracht haben, nicht vertragen wurden oder aus gesundheitlichen Gründen nicht angewandt werden dürfen.
Zudem kommt der Einsatz von Biologics nur bei Schuppenflechte-Patienten in Frage, die nicht an einer schweren akuten oder aktiven chronischen Infektion leiden. Eine gründliche Untersuchung vor Beginn der Therapie, bei der auch Röntgenbilder der Lunge und ein Tuberkulin-Test zum Ausschluss einer Tuberkulose durchgeführt werden, ist deshalb unumgänglich. Nicht eingesetzt werden dürfen Biologics bei Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Besondere Vorsicht ist außerdem bei Patienten geboten, die an weiteren Erkrankungen wie Krebs oder Multipler Sklerose leiden. Hier müssen Nutzen und Risiken der Therapie sorgsam gegeneinander abgewogen werden.
Seit kurzem steht mit dem Tumornekrosefaktor-alpha-Blocker Etanercept auch ein Wirkstoff aus der Gruppe der Biologics zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Ab dem achten Lebensjahr dürfen sie mit Etanercept behandelt werden, wenn sie an schwerer chronischer Plaque-Psoriasis leiden.





