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Laparoskopie

Prostatakrebs-Operation durch das Knopfloch

Die operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) gilt immer noch als Standardtherapie für die Behandlung eines Prostatatumors von Stadium T1 und T2 (Karzinom auf die Prostata begrenzt, keine Metastasen). Der Eingriff ermöglicht den meisten Patienten ein langes tumorfreies Überleben. Eine besondere Form der Prostataentfernung stellt die laparoskopisch radikale Prostatektomie (LRP) dar.

Bei einer laparoskopischen Operationstechnik werden Operationsgeräte und eine Kamera über fünf bis zehn Millimeter große Schnitte in das Operationsfeld eingeführt. Mit der Kamera können die Operateure das Geschehen im Inneren des Körpers die ganze Zeit über beobachten und so die Bewegungen der Operationsgeräte kontrollieren. Die zusätzliche Vergrößerungsfunktion der Kamera ermöglicht es den Operateuren außerdem, kleine Strukturen besser zu erkennen. Das hat den Vorteil, dass umliegendes, gesundes Gewebe geschont wird. Das Risiko für Begleiterscheinungen wie etwa Entzündungen oder Verletzungen wird so minimiert.

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Kontinenz und Potenz sind ähnlich wie nach ORP

Durch die Verletzung feinster Nerven kann es leider in Folge einer operativen Entfernung der Prostata auch zu Harninkontinenz und Impotenz kommen. Auch bezüglich dieser Nebenwirkungen liefert der laparoskopische Eingriff gute Ergebnisse. Nach Angaben der Urologischen Klinik der Charité gaben nach sechs bzw. zwölf Monaten 60% bzw. 94% der Patienten an, kontinent zu sein. Zudem blieb bei einer nervenschonenden LRP bei 58 % der Patienten die Erektionsfähigkeit erhalten. 38,5 % konnten sogar - teilweise mit medikamentöser Unterstützung - eine geschlechtsverkehrfähige Erektion erreichen. Damit sind die Ergebnisse ebensogut wie nach einer ORP. Experten erwarten, dass mit mehr Operationserfahrung in den kommenden Jahren die LRP noch bessere Ergebnisse erzielen wird.

Weitere Vorteile einer LRP sind:

  • Weniger Blutverlust während der OP

  • Kürzere Katheterzeiten nach OP (etwa 5,5 Tage im Vergleich zu 7-21 Tagen nach offenem Eingriff

  • Weniger postoperative Komplikationen (3,2 - 16 % im Vergleich zu 23-30 % bei ORP), diese sind meist von geringem Ausmaß

  • Die LRP ist für die sichere Entfernung des Tumors ebenso geeignet wie die offene OP. Langzeitstudien zu den Ergebnissen bei onkologischen Eingriffen liegen zwar noch nicht vor, doch war bei einer Untersuchung nach einem Jahr bei 92,5% der Patienten der PSA-Wert < 0,2, wies also nicht auf ein Wiederauftreten des Karzinoms hin.

Erfahrung der Operateure ist wichtig für die Qualität

Die ersten Geräte für minimal-invasive Eingriffe in den Körper wurden zwar bereits vor fast 200 Jahren entwickelt, doch die LRP ist noch lange nicht in jedem Krankenhaus eine Standardoperation. Patienten, die eine Prostatektomie laparoskopisch durchführen lassen möchten, sollten sich daher vor dem Eingriff darüber informieren, ob der Operateur schon Erfahrung mit der Operationsmethode hat oder ob ein Spezialist während der Operation zugegen ist. Häufig haben Universitätskliniken wie etwa die Urologische Klinik der Charité in Berlin-Mitte im Vergleich zu kleineren Krankenhäusern die meiste Erfahrung mit urologischer Laparoskopie.

Entscheidung, welche Methode angewandt wird, liegt beim Arzt

Nicht jeder Patient kann mit der LRP operiert werden. Die Entscheidung, welche Art der Operation am besten durchzuführen ist, liegt daher letztendlich beim behandelnden Arzt. Sprechen Sie mit Ihrem Therapeuten über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Technik in Ihrem Fall und lassen Sie sich gründlich über mögliche Risiken aufklären.


Quelle: Der Urologe [A], 2002;42:48-54 und 97-98
Urologische Klinik Charité Berlin Mitte (www.charite.de/ch/uro/de/html/patient_erkrankungen/laparoskopie.html)
Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 8, 2008


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