
Therapie von Knochenmetastasen
Moderne Medikamente helfen bei Knochenmetastasen
Skelettmetastasen verursachen nicht nur Schmerzen, sie bergen auch das Risiko einer Reihe ernster Komplikationen (Knochen- oder Wirbelbrüche, Kompressionen des Rückenmarks etc.). In Fällen, in denen eine akute Bruchgefährdung des Knochens besteht, ist die Stabilisierung mittels Operation meist die Therapie der Wahl.
Ansonsten sprechen die Skelettmetastasen ähnlich wie das Prostatakarzinom selbst recht gut auf therapeutische Maßnahmen wie Bestrahlung oder Hormontherapie an. Diese Therapieformen haben aber Nebenwirkungen, die teilweise den Knochen selbst betreffen:
Bestrahlung und Chemotherapie
Die Bestrahlung markhaltiger Knochen kann die im Knochenmark stattfindende Blutbildung beeinträchtigen. Die dadurch verringerte Bildung weißer Blutkörperchen schwächt die Immunabwehr des Körpers und erhöht das Infektionsrisiko. Dies ist besonders dann problematisch, wenn eine Chemotherapie notwendig werden sollte, weil beispielsweise das Prostatakarzinom nicht mehr auf die Hormontherapie anspricht: Die Chemotherapie hemmt ebenfalls die Blutbildung und kann deshalb bei einer Vorschädigung des Knochenmarks durch die Bestrahlung möglicherweise nicht mehr in der erforderlichen Dosierung verabreicht werden.
Hormontherapie
Die Unterdrückung der Produktion männlicher Geschlechtshormone ist eine der wichtigsten therapeutischen Maßnahmen beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom. Sie kann in vielen Fällen für lange Zeit das Wachstum von Tumor und auch von Metastasen unterdrücken. Allerdings geht der Entzug der Geschlechtshormone - beim Mann ebenso wie bei der Frau - langfristig mit einer Schwächung der Knochenstruktur, d.h. mit einer Osteoporose einher. Dadurch steigt nachweislich das Risiko, Knochenbrüche (Frakturen) zu erleiden. Eine klinische Studie konnte zeigen, dass dieses erhöhte Frakturrisiko auch mit einer Erhöhung der Sterblichkeit einhergeht.
Bisphosphonate sind wirksam
Eine sehr gute Möglichkeit, Komplikationen durch Knochenmetastasen zu reduzieren, ohne das Knochenmark oder die Knochenstabilität zu gefährden, ist die Behandlung mit Bisphosphonaten. Diese Medikamente lagern sich aufgrund ihrer chemischen Struktur auf der Oberfläche der Knochenmatrix ab und verhindern den weiteren Abbau durch aktivierte Osteoklasten (s. Kapitel Was passiert bei Tumorpatienten?). Bisphosphonate haben in vielen Studien gezeigt, dass sie die Häufigkeit von Skelettkomplikationen bei Tumoren mit osteolytischen Metastasen erheblich reduzieren können. Bei osteoblastischen Knochenmetastasen, wie sie beim Prostatakarzinom überwiegen, haben nur die neueren Bisphosphonate Wirkung gezeigt.




