
Länger ist besser: Antihormontherapie
Forscher raten zu einer mindestens einjährigen Behandlungsdauer
Forscher vom Vancouver Island Centre in Kanada haben untersucht, wie lange eine Antihormonbehandlung bei Prostatakrebspatienten dauern sollte, um den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.
In die Studie von Dr. Berthelet und Kollegen wurden nur Hochrisiko-Patienten eingeschlossen, die alle mit einer Strahlentherapie behandelt worden waren. Bei allen Studienteilnehmer ließ sich zudem das Prostata spezifische Antigen (PSA) mit einem Wert von mehr als 20ng pro ml Blut nachweisen – ein Hinweis auf einen schweren Tumorbefall der Prostata. Die Patienten erhielten eine antiandrogene Therapie, die entweder weniger als ein Jahr oder länger als ein Jahr fortgeführt wurde.
Es zeigte sich, dass Patienten, die länger als ein Jahr die antihormonelle Therapie erhielten, seltener einen manifesten Tumor entwickelten und einen günstigeren Krankheitsverlauf hatten. Die Autoren sehen in dem Ergebnis den Beweis, dass eine antihormonelle Therapie in Kombination mit einer Strahlentherapie die Überlebenschancen für Prostatakrebspatienten verbessert unabhängig vom Krankheitsstadium. In vorangegangenen Studien hatte sich eine Langzeit-Antihormontherapie nur für die Patienten von Vorteil erwiesen, die an einem schnell wachsenden Tumor erkrankt waren.
Prostatakrebszellen können durch männliche Hormone, so genannte Androgene, zum Wachstum angeregt werden. Substanzen, welche die Bildung dieser Hormone bzw. deren Wirkung am Zielort unterbinden, können daher das Wachstum von Prostatakarzinomen stoppen oder zumindest verlangsamen und kommen daher in der Krebstherapie zum Einsatz. Auch die Entfernung der Hoden ist eine Möglichkeit, die Bildung von männlichen Hormonen fast gänzlich einzuschränken.




