Chemotherapie

Chemotherapie bei Prostatakrebs oft nur 2. Wahl

Für eine Chemotherapie, d.h. eine Therapie mit Medikamenten, die das Wachstum von Tumorzellen hemmen (Zytostatika), ist das Prostatakarzinom nicht sehr empfindlich. Diese Medikamente wirken am besten auf Zellen, die sich schnell teilen, während das Prostatakarzinom - zumindest über längere Zeit - vergleichsweise langsam wächst.

Hinzu kommt, dass eine Chemotherapie beim Prostatakarzinom meist erst angewendet wird, wenn andere wirksame Therapien wie Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie ausgeschöpft sind. In einem solchen späten Stadium sind Zytostatika auch bei anderen Tumoren nicht mehr so wirksam wie bei einem frühzeitigen Einsatz. Oft wird die Situation der Prostatakarzinompatienten im fortgeschrittenen Stadium noch durch Knochenmetastasen kompliziert.

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Viele Nebenwirkungen

Außerdem haben die meisten Chemotherapien deutlich mehr Nebenwirkungen als die anderen genannten Therapieformen. Patienten mit Prostatakarzinom befinden sich zudem in der Regel bereits in einem fortgeschrittenen Alter und leiden häufig auch an weiteren Krankheiten, so dass sie diese Nebenwirkungen nicht mehr so gut tolerieren. Aus all diesen Gründen wird verständlich, dass die Chemotherapie in ihrer Bedeutung beim Prostatakarzinom hinter die anderen Therapieformen zurücktritt.

Unterstützende Therapie

Wenn ein Prostatakarzinom auf Hormontherapie nicht mehr anspricht, kann eine Chemotherapie dennoch sinnvoll sein, um die Symptome zu lindern. Dann wählt man meist Medikamente, die relativ milde Nebenwirkungen haben, und auch sie werden häufig in geringeren Dosierungen angewandt als bei anderen Tumoren. Derzeit werden neue, vielversprechendere Therapieschemata geprüft.


Autor: Springer Medizin
Stand: Aug 8, 2008


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