Übergewicht fördert Prostatakrebs
Strahlentherapie bei Männern mit Übergewicht weniger effektiv
Fettleibigkeit fördert die Aggressivität von Prostatakrebs. Dies ist aus früheren Untersuchungen bekannt. Einer neuen amerikanische Studie zufolge beeinflusst Übergewicht auch die Wirksamkeit einer Strahlentherapie. Übergewichtige Männer profitieren demnach nicht in dem Maße von der Behandlung wie ihre normalgewichtigen Geschlechtsgenossen.
Bereits verschiedene frühere Studien zeugen davon, dass beleibtere Männer mit Prostatakrebs häufiger eine aggressivere Krebsform ausbilden als schlanke Männer und auch häufiger von Rezidiven, also einem Wiederauftreten des Krebses, betroffen sind. In der neuen, am M.D. Anderson Cancer Center der University of Texas in Houston, USA, unter der Leitung von Prof. Sara Strom durchgeführten Studie war das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, wie Übergewicht den Behandlungserfolg einer Strahlentherapie beeinflusst.
Unter Ausschluss anderer möglicher Risikofaktoren fanden die Wissenschaftler einen klaren Zusammenhang zwischen dem Fortschreiten des Prostatakrebses und dem Body Mass Index (BMI) der Patienten, der als Maß für Übergewichtigkeit gilt. Je höher der BMI war, desto höher war auch die Wahrscheinlichkeit, dass Metastasen auftraten oder die Krankheit wieder aufflammte. Besonders bei den Männern mit mäßigem oder schwerem Übergewicht zeigten sich höhere bzw. ansteigende PSA-Werte nach der Strahlentherapie – ein Zeichen dafür, dass die Krebserkrankung fortschreitet. Die Ergebnisse legen nahe, dass Übergewicht den Behandlungserfolg einer Strahlentherapie schmälert. Aufgrund der geringen Fallzahl von Übergewichtigen in der vorliegenden Studie sind jedoch weitere diesbezügliche Untersuchungen nötig, um sichere Aussagen treffen zu können.
Die genauen Ursachen dafür, warum Übergewicht zu einem aggressiveren Krankheitsverlauf bei Prostatakrebs führt, können die Forscher derzeit noch nicht erklären. Sie vermuten aber, dass veränderte Konzentrationen von Geschlechtshormonen oder Wachstumsfaktoren eine Rolle spielen könnten.



