Begleitende Maßnahmen
Tumortherapien stressen den Körper
Grundsätzlich gilt, dass jede wirksame Therapie auch mit Nebenwirkungen einher gehen kann. Das gilt für Tumortherapien meist in besonderem Maße. Allerdings bietet die moderne Medizin heute im Bedarfsfall auch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, gegen diese Nebenwirkungen anzugehen.
Es gibt heute sehr wirksame Medikamente, mit denen sich Übelkeit und Erbrechen im Bedarfsfall gut verhindern lassen. Medikamente, die vorbeugend gegen Übelkeit und Erbrechen gegeben werden, sind z.B. Serotonin-Rezeptor Antagonisten.
Die Therapien, die beim Prostatakarzinom in der Regel eingesetzt werden, gehören zwar im Allgemeinen zu den milderen Tumortherapien. Dennoch kann es in manchen Fällen nach Chemo- oder Strahlentherapie beispielsweise zu Reizungen der Darmschleimhaut kommen - mit der möglichen Folge von Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen. Es gibt heute sehr wirksame Medikamente, mit denen sich Übelkeit und Erbrechen im Bedarfsfall gut verhindern lassen.
Beeinträchtigung des Immunsystems
Ebenfalls nach Chemo- und Strahlentherapie kann es zu einem Abfall der weißen Blutkörperchen kommen. Diese Wirkung selbst spürt der Patient nicht. Allerdings steigt hierdurch das Risiko für Infektionen, da die weißen Blutkörperchen für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich sind. Bei den ersten Anzeichen für eine solche Infektion (v.a. Fieber) muss deshalb der Arzt verständigt werden, der dann umgehend eine Behandlung mit Antibiotika einleiten wird. Diese helfen dem (vorübergehend) geschwächten Immunsystem, mit den Erregern fertig zu werden. Besteht ein besonderes Risiko für Infektionen, kann der behandelnde Arzt auch vorbeugend Wachstumsfaktoren geben, die für eine schnellere Erholung der weißen Blutkörperchen sorgen.
Blutarmut ist ebenfalls eine mögliche Folge
Auch die Produktion roter Blutkörperchen kann durch die Therapie, aber ebenso durch den Tumor selbst, beeinträchtigt sein. Die dadurch entstehende "Blutarmut" (medizinisch "Anämie") führt zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit und kann je nach Ausmaß mit der Gabe von Bluttransfusionen, mit dem Wachstumsfaktor Erythropoetin, mit Eisenpräparaten oder mit Vitaminen behandelt werden.
Ein Mangel an Blutplättchen schließlich begünstigt das Auftreten von Blutungen, die sich als kleine, flohstichartige Einblutungen ins Gewebe oder als blaue Flecken äußern können. Der Arzt sollte davon in Kenntnis gesetzt werden, umgekehrt sollte der Patient, wenn seine Blutplättchen unter einen Wert von 10.000 pro Milliliter Blut sinken, sich vor Verletzungen an Haut und Schleimhäuten besonders hüten.
Lebensweise ist wichtig
Die Orchiektomie oder die totale Androgenblockade können zu jahrelang anhaltenden Hitzewallungen führen. Sie lassen sich durch die Gabe eines synthetischen Hormonpräparats (Cyproteronazetat) zumindest mildern.
Ganz allgemein ist bei Tumorerkrankungen eine gesunde Lebensweise besonders sinnvoll - mit ausreichend Bewegung und frischer Luft und einer vitaminreichen Ernährung, die auch genug Eiweiß enthalten sollte. Und natürlich muss der Körper nach Möglichkeit vor schädlichen Einflüssen - v.a. Nikotin, Alkohol, Stress - bewahrt werden.




