
Früherkennung
Sichere Früherkennung des Prostatakrebses dank Urintest?
Die Früherkennung des Prostatakrebses ist unerlässlich für eine gute Heilung. Urintests sollen die Diagnose weiter erleichtern. Doch wie sicher sind die oft kostspieligen Tests?
Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Neun von zehn Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 60 Jahre alt. Durch die verbesserte Früherkennung werden jedoch zunehmend Tumore bei jüngeren Männern entdeckt. Ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Behandlung, denn je früher der Krebs erkannt wird, desto größer sind die die Chancen auf eine Heilung. Zahlreiche Forschteams in Europa und den USA arbeiten an neuen Methoden der Früherkennung, darunter Harntests. Einige der Tests sind bereits auf dem Mark und werden mit mitunter rosigsten Versprechen beworben. Ohne operative Gewebeprobe und mit hoher Treffsicherheit soll der Prostatakrebs bereits im Frühstadium entdeckt werden.
Die Forscher des "Urologischen Netzwerkes Bonn" (UNB) warnen vor den Stäbchen aus der Apotheke: "Bei keinem Patienten können sie die zur Sicherung der Diagnose nötige Biopsie der Prostata ersetzen".
Um den Krebs bereits früh zu erkennen, wird Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal im Jahr der PSA-Test empfohlen. PSA ist ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird. Bei einer Erkrankung reichert sich das Eiweiß im Blut an. Ein erhöhter PSA-Spiegel im Blut ist ein Warnhinweis auf Prostatakrebs, ermöglicht aber keine sichere Diagnose.
Die neuen Urintests setzen ebenfalls auf eine Erkennung veränderter Eiweiße. Der Patient muss für den Test tief in die Tasche greifen. Mehrere hundert Euro kann das Testverfahren für zu Hause kosten. Auch nicht billiger sind Tests, die die erhöhte Ausschüttung eines Gen-Abkömmlings messen, der von bösartig veränderten Prostatazellen gebildet und in den Urin abgegeben wird.
Die Experten geben an, dass die Tests möglicherweise tatsächlich nützlich sind. Aufgrund der mangelnden Daten und Erfahrungen stufen sie die Urintests jedoch als problematisch ein. Ein erheblicher Unsicherheitsfaktor sei zum Beispiel die nötige Konservierung von Eiweißstoffen im Urin. Außerdem seien die Preise nicht gerechtfertigt. Noch immer fehlen Beweise dafür, dass die Tests sicherer sind als transrektale Ultraschalldiagnostik, klinische Untersuchungen und die PSA-Bestimmung, die mit nur 25 Euro zu Buche schlägt.




