Ernährung

Nüsse und Getreide hemmen Krebswachstum

Inositol-Pentakisphosphat heißt der Inhaltstoff in Nüssen und Getreide, mit dem sich die Wirksamkeit anderer Krebsmedikamente verbessern ließe. Erste Untersuchungen an Mäusen zeigen auch, dass die Substanz die Blutversorgung des Tumor hemmt.

Blutgefäße sind für die Versorgung von Zellen und Geweben lebenswichtig. Auch Tumorzellen erhalten lebenswichtige Nährstoffe und Sauerstoff über die Blutbahnen. Für die optimale Versorgung produzieren die Tumorzellen sogar spezielle Botenstoffe, mit denen sie die Bildung neuer Blutgefäße im Tumor anregen. An der Blutgefäß-Neubildung ist u.a. das Enzym Phosphoinositid-3-Kinase entscheidend beteiligt. Britische Forscher fanden jetzt einen Hemmstoff der Kinase, der in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Nüssen und Getreiden enthalten ist. Dr. Maffucci und Kollegen hoffen, dass sich mit dem Hemmstoff die Blutversorgung von Tumorzellen unterbinden und dadurch ihr Wachstum hemmen lässt.

In Versuchen mit Mäusen und Krebszellen in Kulturschalen erwies sich der Hemmstoff Inositol-Pentakisphosphat als sehr wirksam. Er stoppte nicht nur das Wachstum der Tumorzellen, sondern verstärkte gleichzeitig die Wirkung von weiteren Krebsmedikamenten, wenn diese den Tieren zusätzlich verabreicht worden waren.

Ein weiterer Vorteil des Wirkstoffs könnte auch seine gute Verträglichkeit und leichte Anwendbarkeit sein. Inositol-Pentakisphosphat ist wasserlöslich und kann daher von Zellen sehr gut aufgenommen werden. Zudem ist der Wirkstoff selbst in höheren Dosen nicht giftig. Sollte sich die Wirksamkeit von Inositol-Pentakisphosphat auch in klinischen Studien bei Patienten bestätigen, könnte die Substanz als Komedikation verabreicht werden. Dabei könnte sie Tumorzellen für andere Medikamente empfänglicher machen und dadurch deren Wirksamkeit erhöhen. Erste klinische Studien sind bereits in Planung.


Quelle: Nach Informationen von Cancer Research, Oktober 2005 und Krebs-NRW
Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 3, 2005


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