Strahlentherapie

Wirkstoff S247 hilft nach

Forscher am DFKZ in Heidelberg haben eine neue Substanz in Kombination mit einer Strahlentherapie getestet. Der neuartige Wirkstoff hemmt die Neubildung von Blutgefäßen im Tumor und könnte die Wirkung der Bestrahlung entscheidend verbessern.

Krebserkrankungen lassen sich heutzutage immer besser durch eine Strahlentherapie - allein oder in Kombination mit einer Operation oder Chemotherapie - erfolgreich behandeln. Im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg suchen Wissenschaftler derzeit nach Möglichkeiten, die Wirksamkeit dieser Behandlungsform weiter zu verbessern.

Eine Möglichkeit besteht darin, die Blutversorgung des Tumors zu unterbinden. Tumoren benötigen auf Grund ihres schnellen Wachstums ein besonders dichtes Netz von Blutbahnen. Wird ein Tumor von der Blutversorgung abgeschnitten, kann er nicht weiter wachsen. Ein Ansatz zur Hemmung der Blutversorgung ist es, die Neubildung von Blutgefäßen, die so genannten Angiogenese, zu unterbinden, bei der die so genannten Integrine eine Schlüsselrolle spielen.

Die Heidelberger Forscher um Prof. Dr. Dr. Peter Huber testeten erstmals eine Substanz, welche die Funktion der Integrine blockiert. Der Wirkstoff S247 wurde in Kombination mit einer Strahlenbehandlung verabreicht. Sowohl bei Versuchen mit Zellen in Kulturschalen als auch in Mäusen, die u.a. Prostatakarzinome ausgebildet hatten, zeigte die Kombinationstherapie einen erheblichen Vorteil gegenüber den Einzelbehandlungen: Das Tumorwachstum wurde in der kombinierten Behandlungsform doppelt so stark gehemmt und in den Tumoren der Tiere hatten sich wesentlich weniger Blutgefäße ausgebildet. Das spricht für einen verstärkenden Effekt von S247 in der Kombinationstherapie. Zudem ist die Kombinationstherapie gut verträglich.

Die Wissenschaftler ermitteln nun, in welchem Abstand die beiden Therapien verabreicht werden müssen, damit diese optimal wirken können. Erst dann kann das neue Medikament in klinischen Studien auch an Patienten überprüft werden.


Quelle: Nach Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums, Oktober 2005
Autor: Springer Medizin
Stand: Nov 3, 2005


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