Früherkennung
Protein S100A9: Das bessere PSA?
Erste Tests deuten an, dass sich mit Hilfe des Proteins S100A9 ein Prostatakarzinom zuverlässiger als mit dem Marker PSA bestimmen lässt. Allerdings sind noch weitere Untersuchungen nötig, um die Aussagekraft von S100A9 zu bestätigen.
Der PSA-Test wird zur Früherkennung und Verlaufskontrolle von Therapien beim Prostatakarzinom eingesetzt. Doch ein Anstieg des Markers im Blut hat nicht immer eine bösartige Tumorerkrankung als Ursache. So können auch gutartige Vergrößerungen der Prostata einen erhöhten PSA-Wert verursachen.
Einen verlässlicheren Marker scheinen nun Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg gefunden zu haben. Alexander Hermani und Kollegen untersuchten bei 75 Prostatakrebspatienten das Protein S100A9. Das S100A9-Protein bildet wahrscheinlich zusammen mit dem Rezeptor RAGE einen Komplex, der offensichtlich das Teilungs- und Wanderungsverhalten von Zellen über verschiedene Signalwege beeinflussen kann.
Die Arbeitsgruppe untersuchte dazu Gewebeproben aus Prostatatumoren unterschiedlicher Stadien und fanden heraus, dass S100A9 und der mögliche Rezeptor in Tumorvorstufen und in zunehmendem Maße in fortschreitenden Stadien gebildet werden. In gutartigen Geschwulsten ließen sich die Eiweiße hingegen nicht nachweisen.
Auch im Blut von Prostatakrebs-Patienten ließ sich im Vergleich zu Patienten mit gutartigen Veränderungen der Prostata eine deutlich höhere Konzentration von S100A9 nachweisen. Nun hoffen Mediziner und Wissenschaftler, dass sich die Aussagekraft des S100A9-Wertes in weiteren Untersuchungen bestätigt. Dann könnte S100A9 das PSA als Markerprotein in der Diagnostik des Prostatakarzinoms ablösen - und das mit zuverlässigeren Ergebnissen.



