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Therapie mit implantierten Strahlenquellen bei Prostatakrebs
Prostatakrebs im Frühstadium wird häufig mit einer Operation und der teilweisen oder vollständigen Entnahme der Prostata behandelt.
Durch die Operation können jedoch umliegende Gewebe wie Nerven, Muskeln und Bänder außerhalb der Prostatakapsel in Mitleidenschaft gezogen werden. Harninkontinenz und Potenzstörungen sind häufig die Folge solcher Eingriffe.
Wie die pharmazeutische Zeitung in ihrer Juli-Ausgabe berichtet, setzt man in den USA eine schonendere Therapie zur Behandlung früher Prostatatumoren erfolgreich ein: die Brachytherapie. Bei der Brachytherapie werden kleine Strahlenquellen ("Seeds") direkt in die Prostata eingepflanzt.
Radioaktive Partikel töten Tumorzellen
Bei den Seeds handelt es sich um reiskorngroße, titanummantelte Partikel, die mit radioaktiv strahlendem Iod beladen sind. Nach einem computerberechneten Lageplan werden die Seeds in definierten Abständen in die Hülle, von der die Prostata umgeben ist (Prostatakapsel), eingesetzt. Dort geben sie ihre für Zellen tödliche Strahlung nach und nach ab. Die Reichweite der Strahlen beträgt nur wenige Millimeter. Die genaue Plazierung der Seeds direkt im Tumorgewebe ist dabei extrem wichtig, um die Tumorzellen wirklich zu zerstören.
Mit der Zeit nimmt die Strahlung ab, die Kapseln verbleiben jedoch in der Prostata.
Brachytherapie in den USA erfolgreich
Studiendaten zeigen, dass die Brachytherapie der Bestrahlung von außen sogar überlegen ist und zur Operation eine erfolgreiche Alternative darstellt.
In den USA wird bereits jeder dritte Patient, der in einem frühen Stadium an Prostatakrebs erkrankt ist, mit den implantierbaren Seeds behandelt. In Deutschland gibt es bislang erst wenige Kliniken die das Verfahren anbieten. Eine Übersicht dieser Kliniken finden Sie unter http://www.bebig.de/index2.php in der Rubrik Deutsch > Patienten > Behandlungszentren.
(BSMO)
Quelle: Pharmazeutische Zeitung Juli 2003



