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Leben in der Partnerschaft

Die Krankheit kann eine Chance für die Partnerschaft sein

Im Umgang mit schwierigen Lebenssituationen wie einer schweren Krankheit bewährt sich meist die Unterstützung durch die eigene Familie am besten. Für Patienten mit Prostatakarzinom wird die Ehefrau oder Partnerin, sofern vorhanden, in der Regel der wichtigste Ansprechpartner sein. Durch Vertrauen und mitfühlende Anteilnahme lassen sich Probleme und Ängste am besten in den Griff bekommen.

Allerdings fällt es gerade Männern oft nicht leicht, über ihre Ängste offen zu sprechen. Probleme in sich "hineinzufressen" hilft allerdings nicht weiter; dadurch löst man sie nicht, sondern läuft vielmehr Gefahr, immer tiefer in Grübeln und in einer depressiven Stimmung zu versinken. Erfahrungsgemäß sind es oftmals die Frauen, denen es leichter fällt, über emotionsbeladene Themen zu sprechen. Man sollte als Mann dankbar dafür sein und die Chance ergreifen, sich auf diese Weise bei der Bewältigung der Krankheit helfen zu lassen.

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Sexuelle Probleme thematisieren

Ein besonders heikles Thema kann die Sexualität sein, zumal wenn durch eine Prostataoperation (seltener auch durch Bestrahlung) die Potenz beeinträchtigt wurde. Über Sexualität offen zu sprechen, ist in vielen Partnerschaften nicht üblich - aber es kann sich lohnen, weil es auch für diese Probleme Lösungen gibt, die aber jedes Paar für sich selbst suchen muss. Die Medizin bietet zwar mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten, eine Erektionsfähigkeit zu erreichen. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass dadurch sexuelle Wünsche und die Empfindungsfähigkeit ebensowenig wieder hergestellt werden wie sich damit Beziehungsprobleme lösen lassen.

Hierfür ist das offene Gespräch immer noch eine der besten Möglichkeiten - und gar nicht selten geben solche schwierigen Situationen einer Partnerschaft neuen Auftrieb.

Die Krankheit nicht übergroß werden lassen

Unbedingt vermeiden sollte man jedoch, dass die Krankheit zum Dauerthema wird und alles andere überschattet. Der Patient - und wenn er noch so krank ist oder war - ist nicht der einzige in seiner Umgebung, der Probleme hat, und er muss umgekehrt auch imstande sein, auf andere Menschen zuzugehen und ihnen zu helfen.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 8, 2008


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