
Gentest
Genveränderung macht Prostatakrebs aggressiv
Amerikanische Forscher identifizierten ein Gen, das offenbar das Risiko, an einem aggressiven Prostatakrebs zu erkranken, erhöht. Es handelt sich dabei um das putative Prostata-Tumor-Suppressor-Gen DAB2IP.
Die Forscher untersuchten insgesamt ca. 60.000 Single-nucleotide Polymorphismen (SNP). Hierbei handelt es sich um Variationen von einzelnen Basenpaaren in einem DNA-Strang. Sie gelten als "erfolgreiche" Punktmutationen, die sich im Genom einer Population etabliert haben. Die Forscher identifizierten insgesamt sieben SNP, die positiv oder negativ mit dem Risiko für aggressiven Prostatakrebs assoziiert waren (p<0.01). Einer dieser SNP ist in einem Gen namens DAB21P lokalisiert und verantwortlich für die Entstehung der aggressiven Tumorform. DAB21P kodiert vermutlich für einen Prostata-Tumor-Suppressor findet sich bei europäischen und afroamerikanischen Männern.
Die genetische Prädisposition für aggressiven Prostatakrebs war Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Dr. Xu und sein Forschungsteam von der Division of Genetic Basis of Human Disease, Translational Genomics Research Institute, Phoenix, USA analysierten hierzu die genetischen Daten von 498 Männern, die unter einem aggressiven Prostatakrebs litten, und von 498 gesunden Männern gleichen Alters. Die Ergebnisse wurden nochmals mit den genetischen Daten aus der Cancer Genetic Markers of Susceptibility (CGEMS) Study verglichen, an der 737 Männer mit Prostatakrebs und 1.105 gesunde Männern teilgenommen hatten. In einer zweiten Studie analysierte das Team Daten von 1.242 Prostata-Krebspatienten und 917 männlichen Gesunden.
Besonders agressive Prostatakrebsformen neigen zur Metastasierung in das Skelett. Hier ist neben weiteren therapeutischen Maßnahmen eine Behandlung mit einem zugelassenen Bisphosphonat zum Schutz der Knochen notwendig.
Mit den jüngsten Erkenntnissen aus unseren Studien besteht die Möglichkeit, einen Bluttest zu entwickeln, mit dem geprüft werden kann, wie aggressiv der Tumor und dementsprechend wie aggressiv die Therapie sein muss", erklärte Dr. Xu.




