Ältere Mann sitzt im Garten

Prostata-Erkrankungen

Nicht jede Erkrankung der Prostata ist bösartig

Nicht immer ist Krebs die Ursache für Blasenentleerungsstörungen. Viele Männer leiden unter gutartigen Veränderungen der Prostata oder einer Entzündung.

Kommt ein Mann in die Jahre, stellen sich häufig Probleme beim Wasserlassen ein: Ein schwächerer Harnstrahl mit Nachträufeln, ein verzögerter Beginn des Wasserlassens, Schwierigkeiten das Wasserlassen hinauszuzögern, ein verstärkter Harndrang in der Nacht sowie Probleme bei der vollständigen Entleerung der Blase gehören zu einem Symptomenkomplex, der unter der Bezeichnung „Benigne Prostatahyperplasie (BPH)" mittlerweile auch vielen Nicht-Medizinern ein Begriff geworden ist. „Benigne" steht dabei für „gutartig" und „Hyperplasie" bezeichnet ganz allgemein die Vergrößerung eines Gewebes oder Organs durch Vermehrung der Zellen. Da den erwähnten Blasenentleerungsstörungen jedoch unterschiedliche Gewebeveränderungen zugrunde liegen können, ist die Bezeichnung BPH ungenau und sollte durch den Begriff „Benignes Prostata-Syndrom" ersetzt werden.

Benignes Prostata-Syndrom

Der Schweregrad des Benignen Prostata-Syndroms kann mithilfe eines standardisierten Fragebogens zum „International Prostata Symptom Score (IPSS)" ermittelt werden. Da jedoch die Wahrnehmung der Beschwerden von Mann zu Mann unterschiedlich ist, bedeutet eine niedrige IPSS-Punktzahl nicht automatisch, dass die Symptome als nicht oder wenig belastend empfunden werden. Zur Beurteilung der persönlichen Situation stellt der Arzt daher immer auch eine Frage nach dem Leidensdruck, den das Prostata-Syndrom beim Betroffenen auslöst.Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von einer Strategie des „kontrollierten Zuwartens", bei der der Arzt die Symptome des Patienten regelmäßig kontrolliert aber (noch) nicht medikamentös eingreift, über die Therapie mit Arzneimitteln bis hin zu einer möglichen Operation. Für die medikamentöse Behandlung stehen pflanzliche und synthetische Wirkstoffe zur Verfügung.

Prostatitis – Entzündung der Prostata

Als Prostatitis bezeichnet man eine Entzündung der Vorsteherdrüse. Eine solche Entzündung kann entweder durch Bakterien ausgelöst werden (bakterielle Prostatitis) oder nicht (abakterielle Prostatitis). Die akute bakterielle Prostatitis ist gekennzeichnet durch Fieber sowie häufiges und erschwertes Wasserlassen. Sie wird mit Antibiotika behandelt. Wird die Prostata-Entzündung chronisch, ist eine Behandlung oftmals schwierig. Die Patienten klagen dann über Schmerzen in der Prostata, die sich auf den gesamten Beckenbodenbereich ausdehnen können. Ist der Auslöser eine bakterielle Infektion, erfolgt die Therapie mit Antibiotika, ansonsten mit Sitzbädern, entzündungshemmenden Arzneimitteln und den sogenannten Alphablockern.


Quelle: Nach Informationen der „Leitlinie Diagnostik des Benignen Prostata-Syndroms (BPS)", des Springer Lexikons Medizin 2004 und der Ärztekammer Baden-Württemberg
Autor: Annette Mende
Stand: May 12, 2009


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