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Letzte Lebensphase

Was kann ich tun?

Auch in der letzten Lebensphase kann noch viel getan werden. Die Gewissheit, dass das Sterben absehbar und unabwendbar ist, hilft, dass die verbleibende Lebenszeit an Tiefe und Qualität gewinnt.

Wird er leiden? Wann wird er sterben? Habe ich alles getan?

Auf diese Fragen gibt es keine Standardantworten, so wie es für die Zeit des Sterbens keine Patentrezepte gibt. Deshalb sollten pflegende Angehörige Ängste zulassen: Wie das Leben ist auch das Sterben eine individuelle und persönliche Angelegenheit, bestimmt und geprägt durch die Persönlichkeit desjenigen, der stirbt. Gerade in dieser Phase hat jeder Mensch das Recht darauf, seinen eigenen Weg zu wählen und diesen auf seine Art zu Ende zu gehen. Er allein entscheidet, welche Hilfen er annehmen möchte und welche nicht. Ob er reden möchte, die Nähe eines anderen Menschen braucht oder auch nicht. Das erfordert Akzeptanz durch die pflegenden Angehörigen, die häufig den Wunsch äußern, noch etwas tun zu wollen und dabei manchmal vergessen hinzuhören und hinzuschauen, was erwünscht und hilfreich ist.

Eine typische (Re-)Aktion von Angehörigen, die ihre Zuneigung und Hilfe ausdrücken wollen, ist beispielsweise das Kochen von Lieblingsspeisen. Allerdings erleben sie anstelle von Freude und Dankbarkeit häufig Zurückweisung und Ablehnung, denn der Schwerkranke, der unter starker Übelkeit leidet, empfindet es nicht selten als große Belastung, seinen Angehörigen zuliebe etwas essen zu müssen. Oft wird dadurch sogar erneut Übelkeit ausgelöst.

Was braucht der Schwerkranke und was brauche ich?

Durch eine richtige Information können Angehörige emotional so gestärkt werden, dass es ihnen gelingt, eigene Ängste und Gefühle wahrzunehmen und ihnen angemessenen Raum zu geben. Dann spüren sie in der Begleitung ihres Familienmitglieds auch, was in der jeweiligen Situation das Richtige und Angemessene für ihn ist. Haben Sie also den Mut, da zu sein und hinzuhören, sich Fragen und Bedürfnissen zu stellen, eigene Unsicherheit und Ängste zuzulassen und auszusprechen – das kann in dieser Zeit unglaublich wohltuend und tröstend für alle Beteiligten sein und zu einem noch tieferen Erleben des Miteinanders führen.

Vorbereitung auf die Zeit des Sterbens

Durch eine gute Vorbereitung, beispielsweise in Pflegekursen zur Sterbebegleitung, kann es gelingen, dem Wunsch vieler Mensch zu entsprechen, im Kreise ihrer Familie zu sterben und diese letzte gemeinsame Zeit als Bereicherung zu erfahren. Notwendig ist der Rückhalt durch Hausärzte und Pflegedienste und – wenn erforderlich – durch spezialisierte Palliative Care Teams. Diese sind jederzeit erreichbar, um in Zeiten der Unsicherheit zu unterstützen. Ehrenamtliche Hospizhelfer/innen können in der letzten Lebensphase eine große Entlastung für die Angehörigen sein, denn bedenken Sie: Auch Ihre Kräfte sind begrenzt.

Um Sicherheit über die Wünsche des Sterbenden zu haben und diese auch vertreten zu können, sollten und können viele Dinge rechtzeitig besprochen und geregelt werden. Dazu gehören die Patientenverfügung und Vollmachten. Auch Krisen und/oder ungewollte Krankenhauseinweisungen lassen sich möglicherweise vermeiden. Wurde beispielsweise mit dem behandelnden Arzt vorab besprochen, welches Medikament im Falle von starken Schmerzen in welcher Dosierung zusätzlich zu verabreichen ist, und dieses Medikament schon vorhanden ist, dann wirken plötzlich auftretende Schmerzen häufig nicht mehr so bedrohlich und vernichtend. Patient und Angehörige fühlen sich sicherer und handlungsfähig. Denn das Wissen um die Symptome, die am Lebensende auftreten können, ist für eine gute Vorbereitung unerlässlich.


Autor: Redaktion Heilberufe
Stand: Sep 24, 2009


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