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Palliative Care

Die Idee des Hospizes

„Palliative Care“ (palliative Versorgung) und „Hospice Care“ (hospizliche Versorgung) werden häufig synonym benutzt. Heute steht Hospiz (lat. Hospitium = Herberge) im weiteren Sinne für eine Bewegung und Idee.

Als Beginn der Hospizbewegung kann die Eröffnung des „St. Christopher´s Hospice“ 1967 angesehen werden. Bereits zwei Jahre später wurde es durch einen palliativen Hausbetreuungsdienst ergänzt. Maßgeblich geprägt wurde die Einrichtung von Cicely Saunders. Die Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin propagierte mit Leidenschaft die Erkenntnis, dass die Probleme beim unabwendbaren schmerzlichen Ableben eines Todkranken des Einsatzes eines multiprofessionellen Teams bedürfen. Saunders leistete auch Pionierarbeit in Bereichen der Schmerz- und Symptombekämpfung: In ihrer Tätigkeit regulierte sie Zeitabstände zwischen Morphingaben so, dass sowohl der Schmerz als auch die Angst vor dem Schmerz im positiven Sinne beeinflusst werden konnte. Als Leitsatz der Begleitung von Sterbenden kann diese Aussage von Cicely Saunders gelten: „Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur friedlich sterben, sondern auch bis zuletzt leben können.“

Deutschland hat sich schwer getan mit Hospizen. „Man hatte Angst, dass sich die Erfahrungen des Dritten Reiches wiederholen. ‚Todkranke auf’s Abstellgleis’, da wurde Sterbehilfe vermutet und nicht Sterbebegleitung“, meint Angelika Behm vom Diakonie-Hospiz Wannsee. Anfang der 1990er Jahre, als die ersten Hospize in Berlin gegründet wurden, war man in Vergleich zu England 20 Jahre zu spät dran. Inzwischen, so Angelika Behm, ist Berlin Vorreiter in Sachen Sterbebegleitung.

„Austherapiert“ – was nun?

Die Palliativmedizin, die es glücklicherweise heute gibt, kann noch eine Menge für die Sterbenskranken tun. Und sie tut es sehr engagiert. Die ambulanten und stationären Hospize, die Palliativstationen in einigen Krankenhäusern, die Home Care oder Palliative Care Teams sind Bausteine in einem immer besser funktionierenden Netz, das es sich auch zur Aufgabe gemacht hat, das mit dem Sterben verbundene Tabu zu lüften, in dem es praktische Lebenshilfe realisiert.

Auch wenn die Hospizarbeit bei vielen noch immer mit Angst besetzt ist, hat sich die gesellschaftliche Akzeptanz stark verbessert. Denn die öffentlichen Diskussionen um die Ächtung der Sterbehilfe und die Einführung der Patientenverfügung haben damit eine Alternative aufgezeigt: Hospizdienst im Sinne einer Agentur, die erfüllte, fröhliche, lebensbejahende Menschen unterschiedlichster Spezialisierung vermittelt, die der Seele am Ende gut tun.


Autor: Redaktion Heilberufe
Stand: Oct 27, 2009


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