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Letzte Lebensphase

Über Ängste offen sprechen

Gerade auch in der letzten Lebensphase können Ängste auftreten. Es kann sich um konkrete Ängste handeln – wie die Sorge um die finanzielle Absicherung der zurückbleibenden Familie – oder um Angst vor Schmerzen.

Ängste Schwerkranker sind oft schwer zu erkennen, weil sie sich anders äußern, als wir es vom klassischen Angstverhalten her kennen. Viele Kranke sind niedergeschlagen oder ziehen sich zurück, andere treten aggressiv auf. Nicht immer sind dem Betroffenen selbst seine Ängste bewusst oder deren Ursachen so klar, dass er sie benennen könnte. Das kann dazu beitragen, dass er sich hilflos fühlt und hoffnungslos ist. Gelingt es in der Begleitung eines Angehörigen, dem anderen nichts vormachen zu müssen, kann man auch leichter über Ängste und deren Gründe sprechen. Nähe und Zuwendung zeigen dem Sterbenden: „Du bist nicht allein, ich halte zu Dir.“ Auch Musik kann beruhigend wirken, wenn sie gewünscht wird. Sie sollte aber nicht ununterbrochen laufen.

Aromatherapie

Gerüche wirken sich direkt auf Gefühlszustand und Befindlichkeit aus. So wundert es nicht, dass sich auch die ätherischen Öle auf Gefühle auswirken. Manche dieser Wirkungen sind nahezu unumstritten, beispielsweise die beruhigende Wirkung von Lavendel, Bergamotte und Melisse. Lavendel kann aber auch als Zusatz in das Wasser gegeben werden, um damit eine beruhigende Waschung mit 37–40° warmen Wassers durchzuführen. Es sollte immer mit der Haarwuchsrichtung gewaschen werden. Verwenden Sie aber nur rein ätherische Öle und achten Sie unbedingt auf die Reaktionen.

Berührungen und Körperkontakt

Zeigt sich die Angst durch Unruhe, Rufen, Weinen, manchmal auch durch Hin- und Herbewegen des Körpers und kann sie nicht mehr verbal ausgedrückt werden, ist es wichtig, über den Körperkontakt Nähe zu zeigen. Während das „Handhalten“ häufig als Geste des „Daseins“ gesehen wird, nehmen Menschen mit demenziellen Erkrankungen und Sterbende körperferne Körperteile, wie Hände und Füße, häufig nicht mehr ausreichend wahr. Deshalb sollte, wenn keine Reaktion auf das Handhalten erfolgt, die Berührung weiter oben am Rumpf stattfinden. Berührungen sollten klar und eindeutig erfolgen: Das „Hin- und Her-Streicheln“ auf dem Arm wird bei Menschen mit Demenz eher Unruhe fördern, da sie durch das Streicheln viele verschiedene Reize auf der Haut spüren, die sie nicht mehr eindeutig zuordnen können. Besser ist es, die Hand auf eine bestimmte Stelle zu setzen und dort mit leichtem Druck ein Signal zu geben: „Ich bin hier, Du bist nicht allein.“

Lieder können positiv wirken

Es kann auch sehr beruhigend wirken, wenn man Lieder aus der Kindheit des Kranken singt oder summt und ihn dabei wiegt. Das erzeugt positive Erinnerungen und ein Gefühl von Geborgenheit. Decken aus Fell sowie Kuscheltiere oder Mützen und Schals geben ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Und wird der Körper nicht mehr richtig wahrgenommen, kann das Bauen eines „Nestes“ helfen, die Begrenzung des eigenen Körpers wieder zu spüren und sich sicherer zu fühlen. Dazu formen Sie einfach mit einer Decke ein Nest um den Kranken. Sollte trotz dieser Maßnahmen die Angst bleiben, sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt, denn es gibt auch Angst lösende Medikamente, die dieser verordnen kann.

Beobachten Sie den Patienten

Wie reagiert er? Entspannt oder verspannt er sich? Wird er ruhiger/unruhiger? Sie können das an den Gesichtszügen und der Muskulatur sehen. Grundsätzlich gilt: Alles was gut tut, ist richtig. Alles was Abwehr auslöst, sollte vermieden werden.


Autor: Redaktion Heilberufe
Stand: Sep 24, 2009


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