
Richtig lagern
Wohlbefinden ermöglichen
Die letzte Lebensphase geht mit zunehmender Einschränkung der Bewegungsfähigkeit einher. Patienten sind daher auf Lagerung angewiesen, die Wohlbefinden bei der Atmung und eine Reduzierung von Schmerzen ermöglicht.
Sterbende müssen in ihren letzten Lebensstunden nicht mehrfach umgelagert werden.
Es gilt:
- Wohlbefinden ist wichtiger als Prophylaxe
- Alle Maßnahmen sind anzukündigen – geben Sie dem Patienten Zeit
- Beachten Sie seine Vorlieben
- Auch kleine Lagewechsel erleichtern
- Ist die Lagerung mit Schmerzen verbunden, werden 30 Minuten vor dem Lagern Schmerzmittel verabreicht.
Atmen erleichtern
Achten Sie darauf, dass Sie eine Lagerung sicherstellen, die die Atmung erleichtert. Ein erhöhter Oberkörper macht das Atmen und das Abhusten leichter und wird deshalb meist als angenehm empfunden.
Die eingeschränkte Beweglichkeit verändert das Körpergefühl und führt zu einer reduzierten Körperwahrnehmung. In einer Nestlagerung fühlen sich viele Sterbende geborgen. Dazu werden Kissen und/oder Decken eng um den Körper des Sterbenden gelegt, ihm sozusagen ein Nest gebaut. Lassen Kranke nur eine Rückenlage zu, dann ist eine Rücken entlastende Lagerung mit zwei Decken möglich, die jeweils der Länge nach mehrmals zusammengefaltet sind. Auf die Decken wird der Kranke gelegt. Die schmale Spalte zwischen den Decken wirkt Druck entlastend. Auch die 30°-Schräglagerung entlastet das Steißbein.
Regelmäßige Lagerung und passives Durchbewegen kann dem Patienten helfen, sein Wahrnehmungsfeld zu erweitern beziehungsweise zu erhalten. Durch den Lagerungswechsel wird der Körper bewegt, wenn möglich aktiv vom Patienten unterstützt. Lagerung dient auch der Vorbeugung von Druckgeschwüren, denn die Kombination von Druck und Zeit sowie das Einwirken von Scherkräften ist die Ursache für die Entstehung dieser Druckgeschwüre. Deshalb wird in regelmäßigen Abständen gelagert/bewegt und der Hautzustand kontrolliert.
Dennoch ist in der Zeit des Sterbens abzuwägen, ob die Lagerung und Bewegung noch Lebensqualität bedeutet oder ob auf diese belastenden Maßnahmen besser verzichtet werden sollte. Scheuen Sie sich nicht Ihren Arzt oder die Pflegekräfte darauf anzusprechen.
Von Ruhebedürfnis bis Bewegungsdrang
In der Sterbephase wünschen sich viele Patienten maximale Ruhe, Umgebungsreize werden als störend wahrgenommen. Die Wahrnehmung des Patienten scheint sich in der Sterbephase nach innen zu richten und zu konzentrieren.
Im Gegensatz dazu kann es aber auch einen erhöhten Bewegungsdrang geben, der sich in häufigen Aufstehversuchen oder in fluchtähnlichen Aktivitäten äußert. Die können soweit gehen, dass der Sterbende einen anderen Sterbeort als das Bett (z.B. Rollstuhl, Sessel) und eine andere Sterbeposition als das Liegen (z.B. Sitzen) sucht. Auch Entkleiden und ein größeres Kältebedürfnis sind mitunter zu beobachten.



