Keine Angst vor Opiaten

So lassen sich Schmerzen lindern

Viele Menschen fürchten sich nicht so sehr vor Krankheit und Tod, sondern vor dem Leiden, das durch die Schmerzen verursacht wird. Für Angehörige ist es schwer mit anzusehen, dass ein geliebter Mensch leidet.

Eine Schmerztherapie bei starken Schmerzen ist ohne Medikamente nicht möglich. Doch gerade gegenüber Morphin (Opiat) gibt es zahlreiche Vorbehalte. Häufig wird deshalb deren Einnahme abgelehnt. Um bei schwerer Krankheit oder auch am Ende des Lebens noch von Lebensqualität sprechen zu können, ist die Behandlung der Schmerzen wichtig. Dabei kann die Unterstützung durch Angehörige hilfreich sein, um eventuelle Widerstände des Patienten gegenüber dieser Medikamentengabe aufzulösen.

Sechs Vorurteile:

  • Opiate machen süchtig


  • Opiate verursachen bei chronischen Schmerzpatienten eine gefährliche Atemdepression


  • Opiate sedieren und behindern soziale Kontakte


  • Die Dosierung muss bei Opiaten wegen des Gewöhnungseffektes kontinuierlich gesteigert werden


  • Wenn man mit Morphin beginnt, ist alle Hoffnung aufgegeben


  • Opiate haben hohe Nebenwirkungen und beschleunigen den Tod

Sechs Fakten:

  • Als Schmerzmittel eingesetzt, wirkt das Opiat nicht "bewusstseinserweiternd"und gibt keinen "Kick". Das Suchtrisiko unter Schmerzpatienten ist nicht größer als unter der Gesamtbevölkerung.


  • Schmerz dient als "Gegenspieler" (physiologischer Antagonist) bei opioidbedingter Atemdepression. In der palliativen Betreuung kann Morphin sogar zur Behandlung von Atemnot eingesetzt werden.


  • Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase sind Patienten in der Regel nicht mehr so müde und können ihre sozialen Kontakte in vollem Umfang pflegen. Häufig wird durch die Behandlung des Schmerzes die Aufnahme von Beziehungen erst wieder möglich.


  • Es besteht kein Gewöhnungseffekt. Eine Dosiserhöhung ist meist nur dann erforderlich, wenn die Schmerzursache (z.B. Tumor) zunimmt. Viele Patienten nehmen Morphin über Jahre hinweg und nicht erst in der letzten Phase ihres Lebens.


  • Die Verabreichung von Opiaten ist kein Indiz dafür, dass das Leben zu Ende geht.


  • Die Nebenwirkungen von Opiaten (Übelkeit, Müdigkeit) sind bekannt und berechenbar. Sie können vorbeugend behandelt werden und lassen in der Regel nach einigen Tagen wieder nach.


Autor: Redaktion Heilberufe
Stand: Oct 27, 2009


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