Richtig essen und trinken
Blasenschwäche durch falsche Ernährung
Der Glaube, durch geringe Flüssigkeitszufuhr häufigen Harndrang unterbinden zu können, ist weit verbreitet. Aber das ist ein Irrtum!
In Deutschland leben mehr als fünf Millionen Menschen, die an Inkontinenz, dem Unvermögen Urin und Stuhl zurückhalten zu können, leiden. Aus Angst vor unerwünschtem Urinverlust schränken viele Betroffene ihre Trinkmenge ein. Sie wollen die Inkontinenz dadurch bessern, dass weniger Urin produziert wird - doch das ist der falsche Weg. Denn die Füllung der Blase trainiert auch die Blasenmuskulatur. Bei einer ständig reduzierten Blasenfüllung fällt dieser "Trainingseffekt" weg. Nach und nach verringert sich das Fassungsvermögen der Blase. Folge: Die Inkontinenz wird sogar verstärkt. Bei Harninkontinenz ist es also von entscheidender Bedeutung, ausreichend viel zu trinken. So beugt man auch möglichen Harnwegsinfekten vor.
Verstopfung und Harninkontinenz
Eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Ballaststoffen sichert auch einen regelmäßigen Stuhlgang und hilft, Verstopfung zu verhindern. Eine chronische Verstopfung kann auch die Ursache einer Harninkontinenz sein: Die mechanische Belastung durch harte Kotballen kann zu Harninkontinenz führen. Bei Einnahme entsprechender Abführmittel verschwindet meist auch die Harninkontinenz. Bei älteren Menschen ist außerdem der Stuhlgangsreflex herabgesetzt. Größere Volumina, wie sie nun einmal Ballaststoffe bieten, sind also eine Voraussetzung für einen regelmäßigen Stuhlgang. Deshalb:
- Bieten Sie ausreichend Getränke an! 1,5-2 Liter am Tag. Das gilt auch bei Inkontinenz. Zu geringe Trinkmengen führen schnell zu Flüssigkeitsmangel.
- Im Alter lässt das natürliche Durstgefühl nach. So kann es schon bei geringen Störungen des Flüssigkeitshaushaltes zu schwerwiegenden Entgleisungen kommen.
- Flüssigkeitsmangel erkennt man leicht daran, dass der Urin eine dunkelgelbe bis gelbbräunliche Farbe annimmt.
Trinkplan
Praktikabel ist ein Trinkplan für den ganzen Tag. Gerade für Angehörige und vergessliche Menschen wird es damit einfacher, eine bestimmte Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen.
Zum Frühstück 300 ml:
2 Tassen Kaffee oder Tee oder 1 Tasse Kaffee + 1 Glas Saft oder 1 Tasse Kaffee + 1 Glas Milch
Vormittags 400 ml:
2 Gläser Milch, Buttermilch, Saftschorle, Mineralwasser oder Gemüsesaft o.ä.
Mittags 450 ml:
1 Teller Suppe und 1 Glas Saftschorle oder Mineralwasser o.ä.
Nachmittags 350 ml:
1 Tasse Kaffee, Tee oder Kakao und 1 Glas Mineralwasser oder Saft o ä.
Zum Abendbrot 300 ml:
2 Tassen Tee oder Kakao oder 1,5 Gläser Milch, Saftschorle, Malzbier oder Mineralwasser o.ä.
Abends 200 ml:
1 Glas Mineralwasser, Saft, Tee, Wein oder Bier


