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Inkontinent

So helfen Sie Ihren Angehörigen

Angehörige, die ein inkontinentes Familienmitglied pflegen, stehen vor körperlichen und psychischen Belastungen. Denn "Sauberkeit" besitzt in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert.

Betroffene schämen sich oft, weil sie ihre Blase nicht mehr unter Kontrolle haben. Deshalb ist es wichtig, auf die psychische Situation des Betroffenen einzugehen und Verständnis zu zeigen. Reden Sie mit Ihrem Angehörigen möglichst offen über seine Probleme, seine Ängste. Dies bringt die Situation auf eine sachliche Ebene und hilft meist dem Pflegenden und dem Betroffenen damit umzugehen.

Harninkontinenz ist kein Schicksal

Harninkontinenz sollte nicht als unvermeidliches Altersschicksal hingenommen, sondern muss als Symptom einer Störung oder Erkrankung abgeklärt werden. Nur so kann Inkontinenz möglichst erfolgreich behandelt werden. Die Ursachen einer Inkontinenz sind sehr verschieden und entsprechend unterschiedliche Therapieoptionen gibt es.

Üben, üben: Kontinenztraining

Beim Kontinenztraining fordern Sie Ihren pflegebedürftigen Angehörigen auf, regelmäßig Wasser zu lassen und zwar auch dann, wenn er kein Bedürfnis verspürt. Dabei sollte der erste Toilettengang des Tages gleich morgens nach dem Aufwachen erfolgen - ganz egal, ob eine Toilette, ein Toilettenstuhl, eine Urinflasche oder ein Steckbecken benutzt werden. Den zweiten Toilettengang regen Sie eine halbe Stunde nach dem Frühstück an. Im weiteren Tagesverlauf stehen alle zwei bis drei Stunden Toilettengänge auf dem Trainingsplan. Halten Sie den Trainingsplan konsequent ein! Nach einigen Wochen hat sich der Pflegebedürftige meist daran gewöhnt, zu diesen festen Zeiten Wasser zu lassen und das Einnässen ist überwunden. In der Folgezeit kann der Zeitplan gelockert werden. Beginnen Sie immer zehn Minuten später mit dem Kontinenztraining. In der nächsten Woche wieder zehn Minuten später. Ziel ist es, ein drei- bis vierstündiges Zeitintervall zu erreichen.Wichtig: Ermuntern Sie Ihr Familienmitglied und zeigen Sie Verständnis dafür, wenn es einmal nicht geklappt hat. Schimpfen Sie nicht, denn das verunsichert den Kranken.

Miktionskalender führen

In einem Miktionskalender notieren Sie die Entleerungszeiten der Blase und messen die Urinmengen und die Trinkzeiten und -mengen. So stellen Sie fest, wann in der Regel eine Blasenentleerung erfolgt. Sie können nun Ihr Familienmitglied anhalten, die Blase vor diesen Zeiten zu entleeren. Auf diese Art kann es gelingen, das Einnässen zu verhindern. Kann Ihr Angehöriger aufstehen, sollten Sie ihn entsprechend zur Toilette geleiten. Ist er bettlägerig, reichen Sie eine Urinflasche oder ein Steckbecken. Sie ersparen Ihrem Familienmitglied das Schamgefühl, eingenässt zu haben und Sie brauchen keine Kleidung und Bettwäsche zu wechseln.

Saugfähige Einlagen

Wenn diese Maßnahmen nicht das gewünschte Ergebnis bringen, können saugfähige Einlagen, Inkontinenzslips, Kondomurinale, Kathether und andere Hilfsmittel benutzt werden. Von Ihrem Arzt, dem ambulanten Pflegedienst, in Apotheken und im Sanitätsfachhandel werden Sie individuell und kompetent beraten.

Selbsthilfegruppen

Sinnvoll kann es sein, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Die Gesellschaft für Inkontinenzhilfe kann Ihnen die Adressen von Inkontinenz-Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe mitteilen.


Autor: Redaktion Heilberufe
Stand: Sep 24, 2009


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