Apoplex-Prävention

Wie Frauen Schlaganfall vorbeugen können

US-amerikanische Fachgesellschaften veröffentlichen frauenspezifische Leitlinien

Von Schlaganfällen sind Frauen etwas häufiger betroffen als Männer. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in den USA. Die medizinischen Fachgesellschaften American Heart Association (AHA) und American Stroke Association (ASA) haben dies zum Anlass genommen, frauenspezifische Leitlinien zur Schlaganfallprävention zu entwickeln.

Wie Frauen Schlaganfall vorbeugen können
Wer mit der Pille verhütet, sollte auf jeden Fall andere Schlaganfallrisiken wie Rauchen und Übergewicht meiden.
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Frauen haben geschlechtsspezifische Risikofaktoren für Schlaganfall (Apoplex). Dazu gehören Bluthochdruck in der Schwangerschaft, Präeklampsie und orale Kontrazeption. Andere Risikofaktoren wie Migräne mit Aura können auch Männer bekommen, sind bei Frauen aber viel häufiger. Auf diese Risiken gehen die beiden medzinischen Fachgesellschaften American Heart Association (AHA, Amerikanische Herzgesellschaft) und American Stroke Association (ASA, Amerikanische Schlaganfallgesellschaft) in ihrer neuen frauenspezifischen Leitlinie zur Schlaganfallprävention ein, über die das Mediziner-Fachblatt Ärztezeitung berichtete.

Risikofaktor Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Die wichtigsten Empfehlungen betreffen demnach vor allem Schwangere mit Bluthochdruck sowie Frauen, bei denen in der Schwangerschaft schon einmal Hypertonie - so der Fachausdruck für einen krankhaft erhöhten Blutdruck - festgestellt wurde: Sie sollten ab der zwölften Schwangerschaftswoche ein niedrig dosiertes Acetylsalicylsäure-Präparat (ASS) erhalten.

Liegt der Blutdruck über 160 zu 110 mmHg, muss er therapeutisch gesenkt werden. Bei Werten von 150 bis 159 zu 100 bis109 mmHg dagegen stellen die Autoren der Leitlinie eine Blutdruck-senkende Behandlung in das ermessen des Arztes.

Präeklampsie mit Kalzium vorbeugen

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Außerdem wird in der Leitlinie die Bedeutung der Kalziumaufnahme für werdende Mütter im Hinblick auf die Apoplexprävention herausgestellt. Liegt diese unter 600 Milligramm pro Tag, besteht die Gefahr einer Präeklampsie. Dabei handelt es sich um eine nur in der Schwangerschaft auftretende Erkrankung, die mit Bluthochdruck, Eiweißausscheidung über den Urin und Flüssigkeitseinlagerungen einhergeht. Die Präeklampsie wiederum gilt als Risikofaktor für Schlaganfall - sogar noch dreißig Jahre später.

Zur Vorbeugung der Präeklampsie sollten werdende Mütter deshalb auf eine ausreichende Kalziumzufuhr von mindestens einem Gramm pro Tag achten. In Absprache mit dem Arzt kann dies bei Kalziummangel auch durch Einnahme von Kalziumpräparaten erreicht werden.

Bei einem Schlaganfallrisiko weitere meiden

Da Frauen, die einmal eine Präeklampsie hatten, besonders Schlaganfall-gefährdet sind, ist es für sie besonders wichtig, weitere Risiken für Schlaganfall zu vermeiden wie beispielsweise Rauchen oder Übergewicht. Außerdem sollte der behandelnde Arzt über eine Präeklampsie in der Vergangenheit Bescheid wissen, um ein besonderes Augenmerk auf weitere Schlaganfallrisiken wie beispielsweise erhöhte Blutfettwerte legen zu können.

Einen weiteren Risikofaktor für Apoplex stellt die Verhütung mit der Pille dar. Wer sich für diese Verhütungsmethode entscheidet, ist deshalb gut beraten, sich vorab auf Bluthochdruck untersuchen zu lassen keine zusätzlichen vermeidbare Risiken wie Rauchen und Übergewicht einzugehen.

Wer unter Migräne mit Aura leidet - und das sind ebenfalls mehr Frauen als Männer - , für den gilt laut der Leitlinie ebenfalls absolutes Rauchverbot. Denn diese Migräneform ist ebenso wie das Rauchen mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall assoziiert.

Ab 75 regelmäßig zum Herz-Check

An Seniorinnen über 75 Jahre ist die Empfehlung gerichtet, sich routinemäßig auf Vorhofflimmern per Pulsmessung und EKG untersuchen zu lassen.

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Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2015
Quellen: Ärztezeitung online vom 07.02.2014, Schlaganfallprävention: Erstmals US-Leitlinien für Frauen

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