Oft vernachlässigt: Schlangenbisse in Entwicklungsländern

Große Entfernungen zu medizinischen Einrichtungen, ein teurer Transport, rares Gegengift und unerschwingliche Behandlungskosten; Gründe für den nur dreiprozentigen Anteil der Bissopfer, die direkt zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus gelangen.

Leute, die sich oft von traditionellen Heilern behandeln lassen, sterben, ohne vom westlich orientierten Gesundheitssystem wahrgenommen zu werden. Die Weltgesundheitsorganisation ging bislang davon aus, dass bis zu fünf Millionen Menschen jährlich von Schlangen gebissen werden.

Aktuelle Studien zeigen die wahre Größenordnung des Problems: Allein in Indien sind es pro Jahr 46.000 Menschen, die infolge von Schlangenbissen sterben - die WHO-Statistik listet nur 2.000. Eine ähnliche Dunkelziffer wurde in Bangladesch festgestellt. Motorrad-Krankenhaustransporte und neue Schnelltests sollen nun Bissopfern in betroffenen Gebieten schneller helfen.

Autor: Isabelle Schmitz / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2012
Quellen: Pressemitteilung des Biodiversität und Klima Forschungszentrums vom 05.12.2011: Mehr Todesopfer durch Schlangenbisse als geschätzt – Experten diskutieren Behandlungsmöglichkeiten

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