Studie zeigt

Medikamentöse Diabetes-Prophylaxe unwirksam

Menschen mit Frühzeichen der Stoffwechselerkrankung sollten nicht darauf vertrauen, die Erkrankung mit Hilfe von Medikamenten in Schach halten zu können.

Die Forscher berichten, dass eine effektive Prophylaxe bei Menschen mit hohem Diabetes-Risiko nicht an Sport und einer gesunden Ernährung vorbeiführt. Untersuchungen von mehr als 9000 Menschen aus 40 Ländern weltweit haben außerdem ergeben, dass eine medikamentöse Behandlung keinen größeren Einfluss auf die Entwicklung späterer Herzerkrankungen hat als wirkungslose Placebos.

Allen Probanden, die an der Studie teilgenommen hatten, wurde im Vorfeld eine eingeschränkte Glukose-Toleranz bescheinigt. Der Organismus der Probanden hatte auch eine verminderte Reaktion auf Insulin gezeigt. Diese verminderte Reaktion gilt als erstes Anzeichen für einen drohenden Typ-2-Diabetes und geht häufig mit Übergewicht einher.

Für die Studie untersuchten Forscher aus den USA und Großbritannien, ob Medikamente gegen Bluthochdruck oder einen zu hohen Blutzuckerspiegel den Krankheitsverlauf bei Hochrisiko-Patienten aufhalten können. Die Auswertung ergab, dass entsprechende Medikamente keinen deutlich höheren Effekt auf die Entwicklung der Stoffwechselerkrankung besitzen als Placebos. Die Präparate hatten außerdem keinen Einfluss auf das Risiko eines späteren Herzinfarktes oder Schlaganfalls. Scheinbar sind entsprechende Medikamente nur bei Menschen effektiv, bei denen der Diabetes ausgebrochen ist.

Professor Rury Holman von der University of Oxford erklärt, dass sich eine wirklich erfolgreiche Prophylaxe aus Sport und einer gesunden Ernährung zusammensetzt. Die Studie habe gezeigt, wie wichtig eine Änderung des Lebensstils sein kann, wenn es darum geht, Diabetes zu verhindern.

Autor: Sibylle Fünfstück/Lifeline
Letzte Aktualisierung: 17. März 2010
Quellen: Nach Informationen des New England Journal of Medicine und BBC News

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