Brustkrebsforschung
Krebs-Stammzellen im Blut identifiziert
Heidelberger Forscher entdecken Brustkrebsstammzellen im Blut von erkrankten Frauen. Ihre Identifizierung könnte neue Ansätze für gezielte Diagnostik und Therapie bieten.
Erstmals ist es Heidelberger Wissenschaftlern gelungen, im Blut umherwandernde Krebsstammzellen zu identifizieren. Diese Zellen können sich teilen und vermehren und sie können Metastasen (Krebs-Absiedlungen) in Knochen und Leber bilden.
Unter Leitung von Professor Andreas Trumpp isolierten Forscher der Abteilung „Stammzellen und Krebs“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg mehrere Tumorzellen aus dem Blut von 280 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs nach abgeschlossener Therapie. Diese Zellen wurden von den Wissenschaftlern näher untersucht. Dabei stellten sie fest, dass nur sehr wenige dieser Zellen tatsächlich in der Lage sind, Metastasen zu bilden, also Absiedlungen des Tumorgewebes in anderen Organen wie Leber oder Niere entstehen zu lassen.
Die Forscher vermuten, dass es sich dabei um solche Stammzellen handelt, die sich direkt vom Primärtumor abgelöst haben und ins Blut gewandert sind. Diese potenziell Metastasen auslösenden Krebsstammzellen bleiben durch Chemo- und Radiotherapie unbehelligt und haben wie alle Stammzellen die Fähigkeit, sich beliebig lang und oft selbst zu erneuern.
Bislang war es nicht gelungen, solche Zellen mit der Fähigkeit zur Metastasierung im Blut eindeutig zu identifizieren. Doch die Heidelberger Forscher wurden jetzt fündig. Sie haben Zelltypen entdeckt, die als Einzelzelle neue Absiedlungen (Metastasen) bilden.
Bewiesen werden konnte dies im Tierversuch: Bei Mäusen, auf deren Blut diese Zellen übertragen wurde, wuchsen Knochen- und Lebermetastasen heran. Trumpp zufolge konnten im Rahmen der Forschung drei neue Marker gefunden werden, mit denen es möglich ist, die Metastasen auslösenden Zellen im Blut zu finden und zu kennzeichnen. Hiervon versprechen sich die Forscher neue Ansätze für die Brustkrebs-Diagnostik und eine gezielte Therapie dieser Erkrankung.
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