Grippezeit

Heftige Erkältung – oder schon die Grippe?

iStock_000038109938_Large.jpg
Zur Zeit leiden besonders viele unter einer hartnäckigen Erkältung.
iStock

Schwere Infekte mit zwei bis drei Wochen Halsweh, Schnupfen und Fieber: Die grassierende Erkältungswelle ist ausgeprägter als die im vergangenen Jahr. Lifeline fragt eine Expertin, wie sich der schlimme Infekt behandeln lässt und ob es sich nicht doch schon um gefährliche Grippe handelt.

Halsweh, Schwäche, leichtes Fieber und dauernde Schweißausbrüche sind die typischen Anzeichen der Erkältungswelle, die momentan die Büros leerfegt. Besonders fatal an diesen Infekten: Mit zwei, drei Tagen Bettruhe ist es meist nicht getan. Die Erkältung ist langwierig. "Die Infekte, die zur Zeit grassieren, fallen tatsächlich durch ihre Hartnäckigkeit auf", bestätigt Ellen Lundershausen, Vize-Präsidentin vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

  • zum Ratgeber

    Schnupfen, Fieber, Halsweh? Informieren Sie sich im Ratgeber über die Behandlung von Erkältungen bei Groß und Klein

Die Krankheit dauert mindestens ein bis zwei Wochen. "Oft setzt sich auf diese Vireninfektion noch eine bakterielle", warnt die Expertin. Mediziner nennen dieses Phänomen Superinfektion. Dann folgt dem Infekt eine Nasennebenhöhlen- oder Mandelentzündung, die häufig mit Antibiotika behandelt werden muss. Auch Bronchien und Lunge können betroffen sein.

Frühe Erkältungswelle signalisiert frühe Grippewelle

Warum die Erkältungsviren (Rhinoviren) in manchen Jahren zu einer so langen Erkrankungsdauer führen, ist noch unbekannt. "Details darüber gibt es erst nach dem Ende dieser Erkältungssaison", sagt Lundershausen. Es gibt hunderte von verschiedenen Rhinoviren, die in jeder Saison auch in unterschiedlicher Kombination auftreten können.

Begonnen hat die diesjährige Erkältungswelle schon vor Wochen, ein Ende ist noch nicht abzusehen. Oder handelt es sich doch nicht um Erkältungsviren, sondern um die echte Virusgrippe? "Nein", stellt die Expertin fest. "Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Grippe uns früh erreichen wird, weil die erste Erkältungswelle bereits im September auftrat", erklärt die Expertin.

Jetzt noch schnell gegen Grippe impfen lassen

Deshalb ist es sinnvoll, die Grippeimpfung möglichst rasch durchführen zu lassen. Experten empfehlen sie allen, die chronisch krank sind, etwa Asthma- oder COPD-Patienten sowie Senioren. Auch Angehörige chronisch kranker Babys sollten sich piksen lassen, um die Ansteckungsgefahr für das Kind zu senken. Wer jetzt allerdings erkältet ist, darf sich nicht gegen die Influenza impfen lassen. "Man sollte danach mindestens eine Woche wieder gesund sein und sich dann erst impfen lassen", rät Lundershausen.

Wie Sie die Erkältungszeit abkürzen

Wer gleich bei den ersten Anzeichen einer Erkältung richtig reagiert, wird auch schneller gesund. "Fiebersenkende Medikamente, abschwellende Nasentropfen, Gurgeln, Salbeitee und ein paar Tage Bettruhe sind dafür wichtig", lautet das Rezept der Expertin.

  • zum Test

    Die Symptome einer Erkältung oder echten Grippe sind sich sehr ähnlich. Der Selbsttest hilft Ihnen bei der Diagnose

Auch Hausmittel können gegen grippale Infekte helfen. Bewährt haben sich zum Beispiel Sprays und Inhalationen mit Salzwasser, das Gurgeln desselben gegen Halsschmerzen, aber auch Thymian- oder Lindenblütentee.

Zum Arzt sollte man am besten immer dann gehen, wenn das Fieber mehr als einen Tag anhält, besonders hoch ist und/oder wenn Nasensekret oder Auswurf nicht glasig, sondern bunt aussieht – also gelb oder grün.

Erkältet? Das sollten Sie wissen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. Dezember 2014
Durch: sw

Neueste Fragen aus der Community
Aktuelle Top-Themen
Neues Medikament lässt Blasenkrebs schrumpfen
Immuntherapie gegen Blasenkrebs

Forscher schalten Überlebenstrick von Krebszellen aus mehr...

Cloud Nine – die Zombiedroge aus dem Labor
Designerdroge

Sie soll euphorisieren, doch unter dem Einfluss der Designerdroge werden Konsumenten extrem aggressiv mehr...

Wie gefährlich ist das Vogelgrippe-Virus H5N8?
Geflügelseuche in Niedersachsen

Die wichtigsten Antworten zum Ausbruch in Niedersachsen mehr...

Homöopathische Arzneimittel immer beliebter
Repräsentative Befragung

Repräsentative Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen benutzen Homöopathika mehr...

Fragen Sie unser Gesundheits-Team

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Ratgeber
  • HaarausfallHaarausfall

    So stoppen Sie hormonell erblich bedingten Haarausfall und stärken Ihr Haar von innen. mehr...

Zum Seitenanfang