Künstliche Kniegelenke

Gelenkersatz bei Jüngeren nimmt zu

Künstliche Knie gibt es längst nicht mehr nur für Rentner. Immer mehr unter 60-Jährige brauchen ein „Ersatzteil“. Mit bislang nicht absehbaren Folgen.

Die Zahl verhältnismäßig junger Menschen, die wegen Kniegelenkarthrose ein künstliches Kniegelenk bekommen, wächst rasant. Finnische Forscher zeigten, dass sich die Rate der eingesetzten Vollimplantate bei Menschen im Alter von 30 bis knapp 60 Jahren in ihrem Land von 0,5 auf 65 pro 100 000 erweitert hat. Das entspricht einer Steigerung ums 130-fache. Die Rate der eingesetzten künstlichen Kniegelenke hat sich dabei in den Jahren zwischen 2001 und 2006 am stärksten erhöht: von 18 auf 65 pro 100000. Frauen bekommen öfter als Männer ein neues Knie.

In einer Stellungnahme zu den Ergebnissen gibt Dr. Elena Losina von der Harvard Medical School zu bedenken, dass es für Knie-Endoprothesen bisher kaum Daten von Menschen unter 60 Jahre gibt. Ob die Prothesen auch in diesem Alter geeignet sind, müsse in Studien geklärt werden. Die Lebensdauer der künstlichen Gelenke beträgt etwa 15 Jahre, berichtet zudem „BBC News“ über die Studie. Deshalb seien bei häufigeren Operationen in jungen Jahren künftig verstärkt Re-Operationen bei den über 70-Jährigen zu erwarten. Auch sei bisher nicht geklärt, ob die künstlichen Gelenke der vergleichsweise stärkeren Belastung bei jungen und aktiven Menschen gewachsen seien.

Autor: Anna Stretz
Letzte Aktualisierung: 20. Februar 2012
Quellen: W. Geissel: Immer mehr junge Menschen erhalten neue Kniegelenke, Ärzte Zeitung, publiziert am 30.01.2012

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