Schmerztherapie

Fluchen gegen Schmerzen: Auf die Dosis kommt's an

Fahr zur Hölle verdammter Schmerz - wer von Herzen schimpfen kann, ist gegen Schmerzen unempfindlicher. Nun zeigt eine Studie: Auch beim Fluchen kommt es auf die Dosis an, mehr ist nicht unbedingt besser.

Dass Fluchen Schmerzen lindern kann, hatten britische Forscher schon vor zwei Jahren festgestellt. Dass aber für die Wirkung auch der gezielte Einsatz und die „Dosierung“ wichtig sind, zeigte nun eine Folgestudie an 71 Probanden, die ihre Hände möglichst lange in kaltes Wasser (5°C) tauchen sollten und dabei entweder angehalten waren, nach Bedarf zu fluchen und zu schimpfen oder still ausharren mussten.

Dabei konnten die Forscher nachweisen, dass Probanden, denen das Fluchen erlaubt war, ihre Hände länger im Eiswasser belassen konnten, als die Kontrollpersonen. Allerdings zeigte sich auch, dass der positive, die Schmerztoleranz erhöhende Effekt des Fluchens bei denjenigen Personen, die nach eigenen Angaben auch sonst im Alltag häufig Schimpfworte benutzen, kaum noch nachweisbar war.

Auch hier scheint es also so etwas wie eine Gewöhnung gegenüber dem lindernden Mittel zu geben. Statt „Viel hilft viel“ bleibt es damit bei dem in der Medizin meist zutreffenderen Motto: Die Dosis macht‘s.

Autor: Anna Stretz / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2012
Quellen: MMW-Fortschr. Med. Nr. 48 / 2011 (153. Jg.) S. 1; J Pain 2011; DOI: 10.1016/j.pain.2011.09.004

Zum Seitenanfang