Nikotinabhängigkeit

Fachverbände sehen bei Behandlung Kassen in der Pflicht

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Etwa 110 000 Menschen in Deutschland sterben jährlich an den Folgen des Rauchens.
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Obwohl die Folgen des Rauchens jährlich einen Schaden von etwa 21 Milliarden Euro anrichten, sind psychotherapeutisch-orientierte oder medikamentöse Entwöhnungsverfahren bislang keine Kassenleistung. Acht medizinische Fachgesellschaften fordern daher in einem offenen Brief an den Bundesgesundheitsminister, die Tabakabhängigkeit endlich als Krankheit anzuerkennen.

Herzinfarkt, Schlaganfall, amputierte Beine, chronische Lungenerkrankungen und Krebs: Die schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden des Rauchens sind lange bekannt. Etwa 110 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgeerkrankungen des Tabakkonsums. Und etwa ein Drittel der Raucher gilt nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums als nikotinabhängig. Anders als bei anderen Suchterkrankungen gilt die Nikotinabhängigkeit bislang aber nicht als Erkrankung. Dementsprechend wird ihre Behandlung und Diagnostik nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Das will die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit sieben weiteren medizinischen Fachgesellschaften nun ändern. In einem offenen Brief an den Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr fordern sie neben der Anerkennung der Krankheit die Aufnahme von diagnostischen Maßnahmen sowie von Kosten für psychotherapeutische und medikamentöse Behandlunsansätze in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Auch sollen, wenn es nach Wunsch der Experten geht, die Budgets der niedergelassenen Ärzte für die Bereitstellung dieser Leistungen erweitert werden.

Den Appell für eine verbesserte Unterstützung von ausstiegsbereiten Rauchern unterzeichneten neben der DGPPN auch der Bundesverband der Pneumologen, die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie, die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie, die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin, die Deutsche Herzstiftung, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie der Wissenschaftliche Aktionskreis Tabakentwöhnung.

Zehn Schritte zum Nichtraucher
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    Wann rauchen Sie?

    In welchen Situationen greifen Sie ganz automatisch zur Zigarette? Analysieren Sie Ihre Vorlieben: Geschieht es eher in Stresssituationen, zum Morgenkaffee oder nach dem Essen? Wenn Sie sich selbst besser kennen, können Sie sich Brücken bauen zu Alternativen und tappen während der ersten Phase des Rauchstopps nicht in Gewohnheitsfallen.

    (c) Ryan McVay

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    Was genau steckt hinter dem Wunsch, das Rauchen aufgeben zu wollen?

    Legen Sie sich Ihre Gründe fürs Aufhören genau dar. Warum wäre es gut für Sie, damit zu brechen?

    (c) Ryan McVay

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    Wann sind Sie bereit?

    ...und wann besonders stressfrei? Wann liegt Ihre Seele buchstäblich in der Hängematte, das könnte ein guter Zeitpunkt sein, mit dem Rauchen aufzuhören. Setzen Sie sich einen Termin. Legen Sie den Tag des Rauchstopps so fest, dass möglichst wenige Gelegenheiten ihnen - im übertragenen Sinne - einen Glimmstengel stellen können.

    (c) Ryan McVay

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    Erzählen Sie anderen von ihrem Plan

    Sobald Sie ihre Freunde und Familie eingeweiht haben, erfahren Sie mehr Unterstützung und der Weg zurück wird schwieriger. Und sollten Sie wegen des Nikotinentzugs in der ersten Zeit auch mal gereizter sein, dann weiß das Umfeld, weshalb Sie genervt sind.

    (C) 2009 Jupiterimages

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    Schaffen Sie sich selbst ein Belohnungssystem

    Da Sie viel Geld sparen ohne Zigaretten, könnten Sie sich davon ein Selbstgeschenk machen nach dem ersten Vierteljahr, um sich zu belohnen und zu ermutigen. Aber Vorsicht vor süßen Belohnungsritualen, das kann aufs Gewicht einzahlen...

    (c) Stockbyte

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    Routine schafft Raucher

    Im Büro gibt's zum Kaffee nicht nur den Keks, sondern auch noch eine 'Zigi'? Brechen Sie mit alten Ritualen und Gewohnheiten. Falls Sie immer zum Frühstück zum Kaffee eine rauchen müssen, dann greifen Sie fürs Erste einfach zu Tee und unterwandern so ihr eigenes Ritual.

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    Bleiben Sie Ihrem Ziel treu!

    Rufen Sie sich in Erinnerung, warum Sie aufhören wollten und weshalb das so gut ist, wenn Sie mal schwächeln. Und entwickeln Sie einen persönlichen Slogan, den Sie sich immer wieder vorsagen, um sich zu motivieren.

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    Positive Ablenkung schaffen

    Neue Rituale und schöne Momente gehören zu einer solchen Umbruchsphase als motivierende Einheiten unbedingt dazu - vielleicht gelingt es Ihnen, ein neues Hobby wie etwas das Tandemfahren für sich zu finden. Dabei können Sie sich selbst vom Gedanken ans Rauchen ablenken.

    (c) altrendo images

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    Next exit das Versagen?

    Im Schnitt benötigen Raucher sechs Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören. Von daher sind Rückfälle auch normal. Sie dürfen sich jedoch nicht damit vom Aufhören abbringen lassen. Sondern müssen dann wieder zurück auf Start. Und konzentrieren Sie sich auf positive Nebeneffekte des Rauchstopps wie etwa den besseren Geruchs- oder Geschmackssinn.

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    Beugen Sie einer Gewichtszunahme vor

    Da das Essen nach einem Rauchstopp oftmals besser und aromatischer schmeckt, sollten Sie ein wenig auf Ihre Essegewohnheiten achten, um nicht zuzunehmen. Eine gesunde Ernährung schadet sowieso nicht, von daher legen wie Ihnen hiermit auch unsere Rubrik "Gesunde Ernährung" schwer ans Herz.

    (c) altrendo images

Autor: Anna Stretz / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2012
Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde vom 31.01.2012: DGPPN: Krankenkassen bei der Behandlung der Tabakabhängigkeit in der Pflicht

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