Eierstockkrebs
Bald Früherkennung auf dem Markt?
Ein patientenorientiertes Projekt von Forschern der Universität Tübingen macht Hoffnung auf neue Methoden der Früherkennung und Behandlung von Eierstockkrebs.
Bei einem Ovarialkarzinom wachsen Zellen der Eierstöcke unkontrolliert und bilden bösartige Tumore, die vorwiegend über die Lymphbahnen streuen und auf diesem Weg in die Leber, die Lunge und andere Organe gelangen können. Jedes Jahr erkranken rund 8000 Frauen neu an Eierstockkrebs. Weil zunächst keine Beschwerden auftreten und es bisher keine zuverlässigen Labortests für die Früherkennung gibt, ist die Prognose bei Eierstockkrebs eher ungünstig. Für gewöhnlich verursacht der Tumor erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome, was die Heilungschancen drastisch verringert. Daher arbeiten Forscher seit Jahren eifrig an effizienteren Methoden der Früherkennung und Behandlung.
Auch Forscher des Comprehensive Cancer Center (CCC) der Universität Tübingen haben sich auf die Suche gemacht. Ihre Pilotstudie, die von der Ludwig Hiermaier Stiftung für angewandte Krebsforschung gefördert wird, stützt sich auf aktuelle Erkenntnisse aus der Tumorimmunologie. Demnach kann das Immunsystem entartete Krebszellen von gesunden Körperzellen anhand bestimmter Antigene unterscheiden, die auf der Zellmembran der Tumorzellen sitzen. Einmal erkannt sind die Tumorzellen das Angriffsziel von Antikörpern oder Killer-T-Zellen. Sind die krebstypischen Antigene einmal entschlüsselt, könnten sie ein erfolgsversprechender Ansatzpunkt für Methoden der Früherkennung und Behandlung sein, da sie sich im Blut der Patienten nachweisen lassen.
Ziel der Pilotstudie ist es, zu untersuchen, wie genau das Immunsystem auf zwei bereits entdeckte Antigene des Eierstockkrebses reagiert. Dabei handelt es sich zum einen um eine tumorspezifische Zellstruktur (L1-CAM) und zum anderen um spezielle Virusbestandteile (HERV). Um herauszubekommen, wie geeignet die Antigene für Methoden der Früherkennung sind, wird das Blut von Patientinnen nach Immunzellen gegen diese Antigene abgesucht. Außerdem kontrollieren die Forscher, ob im Tumorgewebe T-Zellen gegen L1-CAM und HERV vorhanden sind und untersuchen im Labor, wie genau die spezifischen T-Zellen den Tumorzellen zu Leibe rücken.
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