Krankheitsfall

Ärztliches Attest schon ab dem ersten Krankheitstag

In einem kürzlich veröffentlichten Urteil spricht das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln den Arbeitgebern das Recht zu, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen schon ab dem ersten Krankheitstag zu verlangen.

Geht es nach den Kölner Richtern, dürfen Allgemeinärzte in Zukunft wohl häufiger Patienten mit Bagatellerkrankungen wie Schnupfen oder Magenverstimmungen in ihrer Praxis sehen. Denn Arbeitgeber, so das Urteil, können ein Attest generell schon vom ersten Krankheitstag an verlangen, und zwar ohne dafür besondere Gründe nennen zu müssen.

Nach geltender Gesetzeslage müssen Arbeitnehmer spätestens ab dem vierten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Der Arbeitgeber allerdings, auch das führt das Gesetz aus, ist prinzipiell berechtigt, dies schon früher zu verlangen

Umstritten ist bisher, ob er dazu einen besonderen Anlass braucht. Das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln hat dies nun verneint. Im konkreten Streitfall hatte der Arbeitgeber einer Mitarbeiterin eine beantragte Dienstreise verweigert. Genau für diesen Tag meldete sie sich dann krank. Daraufhin forderte der Arbeitgeber sie auf, künftig schon vom ersten Krankheitstag an ein ärztliches Attest vorzulegen. Die Arbeitnehmerin hielt dies für ungerechtfertigt.

Vor dem LAG unterlag sie nun mit ihrer Klage. Das Gesetz sehe nicht vor, dass Arbeitgeber nur unter bestimmten Voraussetzungen ein Attest schon vom ersten Krankheitstag an verlangen können, argumentierte das LAG in seinem Urteil. Ob eine solche Forderung angemessen und gerechtfertigt sei, sei von den Gerichten daher nicht zu prüfen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtsfrage ließen die Kölner Richter aber die Revision zum Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt zu.

Autor: Anna Stretz
Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2012
Quellen: Martin Wortmann: Arbeitgeber kann Attest ab dem ersten Krankheitstag fordern, Ärzte Zeitung online vom 29.12.2011

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