Essen, Trinken, Schlafen: Die richtige Lebensführung hält fit

Tipps für ein langes, gesundes Leben

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Prof. Dietrich Grönemeyer gibt wichtige Alltags-Tipps zu Vorsorge und Selbsthilfe
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Vorbeugen ist besser als heilen! Diesen Grundsatz vertritt einer der bekanntesten Mediziner Deutschlands, Professor Dietrich Grönemeyer. Der große Bruder des berühmten Sängers Herbert ist Lehrstuhlinhaber für Radiologie und Mikrotherapie der Universität Witten. In seinem Ratgeber „Neues Hausbuch der Gesundheit“ gibt er viele Tipps zur Vorsorge und Selbsthilfe.

„Unzählige Menschen leiden infolge einer ungünstigen Lebensführung an vermeidbaren Erkrankungen“, sagt Grönemeyer. „Leben Sie Ihr Leben bewusst, nehmen Sie Ihren Körper wahr und tun Sie das in Ihrer Macht Stehende, um möglichst lange gesund zu bleiben. Es ist gar nicht so schwer“, ermutigt der Professor. Die wichtigsten Ratschläge:

Gemüse und Obst

Unsere Nahrung sollte uns die Bausteine liefern, die zur Bildung und Erneuerung unserer Organe, Zellen und Zellbestandteile benötigt werden. Doch viele Menschen verachten zunehmend die Verlockungen der Natur und stürzen sich lieber auf industriell hergestellte Produkte, Fastfood und Vitaminpillen.  Und das, obwohl natürlich gewachsenes Obst und Gemüse seit Jahrmillionen durch die in ihm enthaltenen Vitalstoffe das Überleben der Menschheit ermöglicht hat. Mit täglich 150 Gramm Gemüse und zwei Handvoll Obst sind Sie auf der sicheren Seite. Achten Sie aber auf regionale und saisonale Produkte: Die Natur liefert uns meist genau das, was der Körper verstärkt braucht. Jetzt etwa Kohlgemüse, das viel Vitamin C für die Abwehrstärkung enthält.

Erholsamer Schlaf

„Wer wie viel schläft, ist ziemlich unterschiedlich – mit zunehmendem Alter nimmt häufig die Schlafzeit ab. Der normale Durchschnitt liegt dennoch bei sieben bis acht Stunden pro Nacht. Diese Zeit sollten wir uns auch gönnen und kultivieren“, sagt Professor Grönemeyer. Das Gehirn hat so die Chance, alle Schlafphasen zu durchlaufen, die es braucht. Die Folge: Gedankengänge werden geordnet, so manches Problem relativiert sich von selbst und man fühlt sich ausgeglichener. Außerdem bracht das Immunsystem den erholsamen Schlaf, um schlagkräftig zu bleiben. „Schlafstörungen, ob beim Ein- oder Durchschlafen, sollten mit dem Arzt besprochen werden. Oft können schon Hausmittel, etwa ein Baldriantee oder ein warmes Fußbad (zwei Esslöffel Salz auf einen Liter heißes Wasser), kurz vor dem Zubettgehen helfen, dass man schneller Ruhe findet“, empfiehlt der Professor.

Entspannung

Stress ist Gift für den Körper. Deshalb achten Sie darauf, sich immer wieder Pausen zu gönnen: Ein Tässchen Tee, beruhigende Musik, nette Lektüre – all das entstresst, selbst wenn es nur ein paar wenige Minuten pro Tag sind. Kultivieren Sie auch feste Entspannungszeiten im Alltag: Je nach Charakter kann das zwischen regelmäßigen Saunabesuchen, Yogastunden aber auch einem Power-Workout im Fitnessstudio variieren. Hören Sie auf sich selbst, dann finden Sie schnell heraus, was genau Ihnen Entspannung bringt.

Hygiene

Händewaschen ist ein einfaches Mittel, um sich vor Viren und Bakterien zu schützen. Wer seine Hände mindestens fünfmal täglich gründlich mit Seife wäscht, halbiert bereits das Risiko für Erkältungen, Grippe und Schweinegripppe. Genauso wichtig ist die Mundhygiene: Putzt man mindestens zweimal täglich gründlich die Zähne und benutzt Zahnseide, senkt man damit auch das Risiko für Herzund Gefäßkrankheiten.

An apple a day …

„Täglich einen Apfel essen und man kann den Arzt vergessen“, sagen die Engländer („An apple a day keeps the doctor away“). An diesem Spruch ist einiges dran, erklärt Prof. Grönemeyer: „Äpfel wirken entzündungshemmend und antibakteriell, vermögen Giftstoffe zu neutralisieren und massieren beim Kauen das Zahnfleisch. Außerdem stärken Äpfel die Magenfunktion und das Herz. Im geriebenen oder gekochten Zustand helfen sie gegen Durchfall. Bei einer Anämie wird der Apfel wegen seines hohen Gehalts an Eisen und Folsäure sogar mitunter als Therapie eingesetzt.“

Bewegung

Von großer Bedeutung, um lange gesund zu bleiben, ist Bewegung! Wählen Sie eine Sportart aber bewusst – die Ausdauer lässt schnell nach, wenn die Anstrengung zur reinen Pflichtübung wird. Entscheidend ist nämlich die Regelmäßigkeit: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein mehrmaliges kurzes Training effektiver ist als ein einmaliges langes Training. Einem einstündigen Lauf am Wochenende ist also eine tägliche Belastung von zehn bis 15 Minuten vorzuziehen“, so Prof. Grönemeyer. Durch Ausdauersport werden die Muskulatur und das Herz gestärkt, Lungenfunktion, Durchblutung, Immunabwehr und Kreislaufregulation verbessert. Außerdem macht Bewegung glücklich: Schon nach 20 Minuten Joggen werden körpereigene Substanzen (Endorphine) ausgeschüttet, die wir als „Glückshormone“ bezeichnen.

Trinken

Unser Körper besteht zu 80 Prozent aus Wasser – trinken ist deshalb lebenswichtig. Mindestens zwei Liter täglich sollten es sein. Prof. Grönemeyers persönlicher Tipp: „In der ayurvedischen Medizin wird vor allem heißes Wasser zur Stoffwechsel und Ausscheidungsanregung angeboten. Ich habe es mir angewöhnt, am Tag einen Liter heißes Wasser schluckweise zu trinken.“

Reden und Lachen

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Teilen Sie sich mit, wenn Ihnen etwas auf der Seele liegt. Haben Sie hingegen etwas Lustiges zu erzählen, ebenfalls raus damit. Denn Lachen befreit, löst Ängste und hat viele positive Wirkungen auf den Körper: Man nimmt mehr Sauerstoff auf, bewegt viele Muskeln, aktiviert Herz, Kreislauf und Immunsystem. Im Gehirn werden Glückshormone frei.

Buchtipp

Dietrich Grönemeyer, Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit, rororo 608 Seiten, € 15. 

Autor: khp
Letzte Aktualisierung: 07. Oktober 2011
Quellen: gong verlag

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